SharePoint macht den Markt platt

Laut einer Untersuchung werden Technologien, die sich unter dem Begriff Web 2.0 zusammenfassen lassen, in rund einem Viertel aller Unternehmen 2008 eine wichtige Rolle einnehmen. Dabei ist bei Forrester vor allem von Wikis, Blogs und Funktionen für Social Networking die Rede.

Bislang hätten sich viele Anwender des SharePoint-Servers von Microsoft beschwert, dass eben solche Funktionen mit der Microsoft-Plattform nur sehr schwer umzusetzen sind. Gegenüber so genannten Best-of-Breed-Produkten, habe Microsofts Software nach wie vor Defizite aufzuweisen. So sei es etwa nur sehr schwer möglich, erklärte ein Forrester-Analyst, mit SharePoint in einem Wiki eine kleine Anwendung einzubauen.

Aber das werde die rapide Verbreitung des SharePoint-Servers von Microsoft genauso wenig bremsen, wie neue Konkurrenzprodukte von Portalherstellern oder Such-Spezialisten. Denn Unternehmen und die zuständigen IT-Abteilungen werden sich zuerst den SharePoint Server anschauen, bevor sie andere Produkte evaluieren.

Trotz aller Kritik am Produkt selbst sei Microsoft in einer ausgezeichneten Position. Das Unternehmen könne warten, bis der Markt an das Produkt heranreift. Wenn Unternehmen weitere spezielle Funktionen brauchen, lassen sich diese mit zusätzlichen Kosten von Microsoft-Partnern zukaufen. Erst mit der nächsten Version des SharePoint Server werde Microsoft entsprechende Funktionalitäten mit der Software zusammen zur Verfügung stellen, die Frage sei hier lediglich, wann diese Version zu erwarten ist.

Der Erfolg des SharePoint-Servers sei unter anderem damit zu erklären, dass Unternehmen gewissen Risiken bei den noch neuen Web 2.0-Technologien aus dem Weg gehen wollen und stattdessen auf Enterprise-Lösungen setzen.

Zudem werden Unternehmen weiter in RSS-Feeds als Informationsmedium für Mitarbeiter investieren. Allerdings müssen dann sämtliche Angestellte RSS bekommen. Ansonsten fallen Informationen an manchen Stellen einfach durch.

2008 und die folgenden Jahre werden zudem den neuen Technologien Wachstum bescheren. Viele Unternehmen haben bislang lediglich in kleinen Teams oder Projekten neue Kommunikationsformen erprobt. Die wenigsten Unternehmen setzen Web 2.0 über die gesamte Organisation hinweg ein. Gleiches gelte, laut Forrester, auch für Enterprise Mashups. Dazu werden auch neue und ausgereiftere Produkte von Serena Software, Microsoft oder IBM beitragen.

Große Merger oder Marktaustritte erwartet Forrester hingegen nicht. Zwar könnte der Markt von einer Konsolidierungswelle erfasst werden, sollten die erwarteten Erfolge ausbleiben, diese sei jedoch nicht für die kommenden zwölf Monate zu erwarten.

Silicon-Redaktion

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