Skype-Ausfälle: Hacker brüsten sich mit erfolgreichem DDoS-Angriff

Eine eigenen Angaben zufolge aus Portugal stammende Hackergruppe namens CyberTeam hat auf Twitter behauptete, die jüngsten Störungen bei Skype am Montagabend und am Dienstag seien durch ihre Aktivitäten verursacht worden. Sie hätten den Messagingdienst mit einem Distributed-Denial-of-Service-Angriff lahm gelegt. Gründe dafür nacnnten sie nicht. Allerdings kündigten sie an, weiterhin generell durch aggressives Vorgehen auf sich aufmerksam zu machen. Das nächste Ziel werde die Spieleplattform Steam sein.

Die Störungen bei Skype waren offenbar auf Europa begrenzt. Skype teilte am Dienstagabend per Twitter mit, die Probleme seien behoben. Später wurde ebenfalls bei Twitter allerdings nur davon gesprochen, dass man “die Störung minimiert” habe und noch daran arbeite, den Dienst komplett wieder herzustellen. Zu den Ursachen für die Ausfälle machte Skype keine Angaben.

CyberTeam beruft sich in seinen Ausführungen auf die Gruppe Lizard Squad. Die hatte mit einem von ihr entwickeltem DDoS-Tool ab 2014 diverse Online-Medien und Webseiten von Behörden angegriffen. So hatte sie etwa mit einem Botnetz aus gekaperten Heimroutern gegen Sonys PlayStation Network nagegriffen. Der Quellcode des Botnetzes ist seit 2015 öffentlich bekannt. Das auch als LizardStresser bezeichnete Tool wurde Sicherheitsforschern zufolge für Angriffe mit einer Gesamtstärke von mehr als 400 GBit/s benutzt.

In Deutschland hatte Mitte April bis Mitte Mai ein Hacker E-Commerce-Anbieter mit DDoS-Attacken in Atem gehalten. Er wurde Mitte Mai jedoch in Bielefeld verhaftet. Der 24-jähriger Fachinformatiker bezeichnete sich selbst als “mentally disturbed gray hat” und ehemaliger IT-Security-Consultant.

Seine Aktionen kündigte er unter dem Pseudonym “ZZB00t” stets als Performance-Test oder Stress-Test zuvor per Twitter an. Angegriffen wurden unter anderem der Münchner Netzbetreiber M-Net, die E-Commerce-Unternehmen Rakuten.de, Hood.de und Redcoon.de, und offenbar auch Shopware und Profihost sowie der Glasschmuckhersteller Swarovski. Seine Aktivitäten sah der 24-Jährige als notwendig an, weil es “da draußen so viele unsichere Server” gebe.

[mit Material von Stefan Beiersamnn, ZDNet.de]

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Peter Marwan

Peter Marwan ist Chefredakteur von silicon.de und immer auf der Suche nach Möglichkeiten, wie Firmen den rasanten Fortschritt in der IT-Branche in der Praxis nutzen können. Dabei geht es nicht nur darum, Vorhandenes zu optimieren, sondern vor allem auch um Ansätze und Strategien, mit denen sich neue, durch die IT unterstützte Geschäftsmodellle entwickeln lassen.

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  • Lol Steam DDoS wird nicht funktionieren, die haben doch übelst sichere Technik inzwischen, im Jahr 2017... Und wann wird das Botnetz endlich komplett beseitigt?

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