Google bereinigt Playstore von 700.000 Apps

Cloud

Die Zahl der missbräuchlichen Apps steigt um 70 Prozent. Googles KI-gestützte Filter stöbern rund 99 Prozent der gefährlichen Apps auf bevor sie auf den Geräten von Nutzern landen.

Google hat 2017 mehr als 700.000 Apps aus seinem App Store ausgeschlossen, weil sie gegen die Regeln des Online-Marktplatzes verstießen. Gegenüber dem Vorjahr erhöhte sich die Zahl um 70 Prozent. Laut Google konnten jedoch 99 Prozent der missbräuchlichen Apps identifiziert und entfernt werden, bevor “sie irgendjemand installieren konnte”, schreibt Andrew Ahn, Produktmanager für Google Play, im Android Developers Blog.

Logo von Google Play (Bild: Google)

Mithilfe neuer Machine-Learning-Modelle und Techniken habe Google seine Möglichkeiten zur Erkennung von Apps, die den Play Store missbrauchen, deutlich verbessert. Das gelte für gefälschte Apps, Apps mit unangemessenen Inhalten und auch für Malware.

Ausgewähltes Whitepaper

Mit künstlicher Intelligenz (KI) die Arbeitskraft erweitern

Im neuen Point of View von Avanade geht es um die Entwicklung einer KI-Strategie, die konsequent den Menschen in den Mittelpunkt stellt. Avanade zeigt, wie Unternehmen so die Zufriedenheit ihrer Mitarbeiter und die Erlebnisse ihrer Kunden verbessern – und dabei gleichzeitig den Business-Nutzen von künstlicher Intelligenz optimieren.

“Wir haben auch neue Erkennungsmodelle und -techniken entwickelt, die Wiederholungstäter und missbräuchliche Entwickler-Netzwerke identifizieren können. Das hat zur Sperrung von 100.000 schlechten Entwicklern im Jahr 2017 geführt, und erschwert es den Bösewichten, neue Konten anzulegen und weitere gefährliche Apps zu veröffentlichen”, erklärte Ahn.

Nachahmer setzen ihm zufolge unter anderem auf Unicode-Zeichen, um die Namen beliebter Apps zu kopieren und Nutzer anzulocken. Kopien der App-Icons wiederum verstecken sie in unterschiedlichen regionalen Versionen einer App. Insgesamt habe Google 2017 mehr als eine Viertelmillion Apps gelöscht, die sich als Apps anderer Entwickler ausgaben.

Machine Learning half Google indes bei der Bereinigung unerwünschter Inhalte wie Pornografie, extremer Gewalt, Hass oder gar illegalen Aktivitäten. Über die eigentliche Löschung entschieden jedoch Mitarbeiter, die 2017 mehrere Zehntausend solcher Apps gesperrt hätten, ergänzte Ahn.

Ausgewähltes Whitepaper

IDC-Studie: IT-Security in Deutschland 2018

Der Executive Brief "IT-Security in Deutschland 2018" bietet IT- und Fachbereichsentscheidern auf Basis der Studien-Highlights Best Practices und Empfehlungen für die Stärkung der IT-Sicherheit in ihrem Unternehmen.

Zur Anzahl der möglicherweise gefährlichen Apps (PHA, Potentially Harmful Applications), die 2017 entdeckt und gesperrt wurden, machte Google indes keine Angaben. Die Installationsraten solcher Apps seien im vergangenen Jahr jedoch halbiert worden. Die Entdeckung gefährlicher Anwendungen sei besonders schwierig, da deren Entwickler jeden Mehraufwand auf sich nähmen, um ihre Apps legitim und ungefährlich erscheinen zu lassen.

“Trotz der neuen und erweiterten Erkennungsmethoden, die zu einer Rekordzahl von Löschungen geführt haben, wissen wir, dass einige wenige immer noch entkommen und unsere Verteidigung austricksen. Wir nehmen das sehr ernst und werden weiterhin unsere Fähigkeiten zur Erkennung missbräuchlicher Apps und deren Hintermänner verbessern”, kündigte Ahn an.

Tatsächlich finden vor allem Sicherheitsanbieter immer wieder schädliche Apps im Play Store. Im Januar waren es beispielweise Anwendungen, die Facebook-Anmeldedaten stehlen, oder Kinderspiele für die Verbreitung von Porno-Malware. Auch Adware schafft es immer wieder, Googles Kontrollen zu umgehen. Trotzdem sollte der Play Store als vertrauenswürdige Quelle für Apps angesehen werden, was Nutzer jedoch nicht von der Pflicht entbindet, Apps vor der Installation beispielsweise anhand der Bewertungen, der Zahl der Downloads oder des Namens des Entwicklers zu überprüfen. Bei Links zu Apps im Play Store sollte man zudem darauf achten, dass sie aus einer vertrauenswürdigen Quelle stammen.

Tipp: Sind Sie ein Android-Kenner? Überprüfen Sie Ihr Wissen – mit 15 Fragen auf silicon.de

Lesen Sie auch :