SolarWinds-Hack betrifft auch E-Mail-Konten des US-Heimatschutzministeriums

Der Hackerangriff auf die Orion-Netzwerksoftware von SolarWinds hatte offenbar auch Folgen für das US-Heimatschutzministerium. Wie die Associated Press berichtet, wurden wahrscheinlich auch E-Mail-Konten des Department of Homeland Security (DHS) von den mutmaßlich russischen Hintermännern kompromittiert.

Unbekannten war es im vergangenen Jahr gelungen, in den Update-Server für die Orion-Software von SolarWinds einzubrechen und Aktualisierungen mit Schadsoftware zu versehen. Kunden des Unternehmens, darunter Microsoft, FireEye und mehrere US-Behörden und Ministerien, luden daraufhin das schädliche Update herunter und schleusten damit die Schadsoftware unwissentlich und unerkannt in ihre eigenen Systeme ein.

Dem Bericht zufolge waren die Hintermänner der Attacke im Fall des DHS in der Lage, auch auf das E-Mail-Postfach von Chad Wolf, zu dem Zeitpunkt Minister für Innere Sicherheit im Kabinett Trump, zuzugreifen. Den Quellen der AP zufolge waren auch andere hochrangige Beamte des Ministerium das Ziel des Angriffs.

Nachdem der Einbruch aufgedeckt wurde, waren Wolf und weitere Betroffene gezwungen, ihre Telefone auszutauschen und über den verschlüsselten Messenger Signal zu kommunizieren. Ein Sprecher des Ministeriums erklärte demnach, es sei nur eine kleine Zahl von Mitarbeiterkonten betroffen gewesen und es gebe keine Hinweise darauf, dass die Cyberspione noch Zugang zu Systemen des DHS hätten.

Erst in der vergangenen Woche hatte Paul Nakasone, Leiter des United States Cyber Command, Russland als “hochentwickelten Cyber-Gegner” eingestuft. “Moskau führt effektive Cyberspionage und andere Operationen durch und hat Cyber-Aktivitäten in seine militärische und nationale Strategie integriert”, so Nakasone weiter. “Trotz öffentlicher Enthüllungen und Anklagen gegen russische Cyber-Akteure konzentriert sich Russland weiterhin darauf, das globale Narrativ zu gestalten und amerikanische Netzwerke und Cyber-Systeme auszunutzen.”

Die USA hatten Russland bereits im Januar als wahrscheinlichen Hintermann des Angriffs auf SolarWinds ausgemacht. Russland selbst bestreitet indes jegliche Beteiligung.

Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die Redaktionen von Silicon.de und ZDNet.de. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

Recent Posts

KI als Pairing-Partner in der Software-Entwicklung

Pair Programming ist eine verbreitete Methode in der Softwareentwicklung mit vielen positiven Effekten, erklärt Daniel…

10 Stunden ago

Confare #ImpactChallenge 2024 – jetzt einreichen und nominieren

Mit der #ImpactChallenge holt die IT-Plattform Confare IT-Verantwortliche auf die Bühne, die einen besonderen Impact…

14 Stunden ago

Ransomware: Zahlen oder nicht zahlen?

Sollen Unternehmen mit den Ransomware-Angreifern verhandeln und das geforderte Lösegeld zahlen?

17 Stunden ago

KI-gestützter Cobot automatisiert Sichtprüfung

Die manuelle Qualitätsprüfung von Industrieprodukten ist ermüdend und strengt an.  Eine neue Fraunhofer-Lösung will Abhilfe…

1 Tag ago

Digitalisierungsberufe: Bis 2027 fehlen 128.000 Fachkräfte

Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) zeigt, in welchen Digitalisierungsberufen bis 2027 die meisten…

2 Tagen ago

Angriffe auf Automobilbranche nehmen zu

Digitalisierung und Vernetzung der Fahrzeuge, Elektromobilität und autonomes Fahren bieten zahlreiche Angriffspunkte.

2 Tagen ago