Automated Moving Target Defense erhöht Hürden für Angreifer

Das von Gartner entwickelte Konzept setzt Sophos am Endpoint ein und stellt damit den Angreifern Barrieren auf, um die Bedrohungen automatisch abzufangen beziehungsweise zu eliminieren. Neben der Reduzierung der Bedrohungsoberfläche, der Verhaltensanalyse und dem Einsatz von Deep-Learning- und AI-Modellen verbessert AMTD die Anwendungssicherheit durch das Erstellen von bedrohungsagnostischen Barrieren für jeden Prozess. Das Resultat: Für Software wird es schwieriger Code auszuführen, der nicht originärer Teil der Anwendung ist. Damit wird insbesondere Malware an ihrer Ausführung gehindert. Zu AMTD-Schutztechnologien gehören:

Adaptive Attack Protection (AAP) erkennt Angreifer

Adaptive Attack Protection (AAP) erkennt die Anwesenheit eines aktiven Angreifers auf zwei Arten: Erstens durch die Verwendung gängiger Angriffs-Toolkits und zweitens durch Kombinationen aktiver bösartiger Verhaltensweisen, die auf das Anfangsstadium eines Angriffs hindeuten. Sobald ein aktiver Angriff auf einem Endpoint erkannt wird, aktiviert AAP vorübergehende Einschränkungen. Ein Beispiel ist die Verhinderung eines Neustarts im abgesicherten Modus, welche Angreifer beispielsweise nutzen, um die Erkennung zu umgehen.

Randomisierung

Wenn beispielsweise eine Dynamic Link Library (DLL) einer Anwendung stets vorhersehbar an derselben Speicheradresse geladen wird, ist es für Angreifer einfacher, Schwachstellen auszunutzen. Zwar können Entwickler während der Kompilierung die Adressraum-Layout-Randomisierung (ASLR) aktivieren, wodurch die Adressen einmal pro Neustart randomisiert werden, doch kann jede Software von Drittanbietern, die keine ASLR enthält, diese Strategie untergraben. Sophos verbessert die Sicherheit von Anwendungen, indem es sicherstellt, dass jedes Modul bei jedem Start der Anwendung an einer zufälligen Speicheradresse geladen wird und damit die Komplexität eines möglichen Angriffs erhöht.

Täuschung

Angreifer versuchen oft, ihren schädlichen Code durch Verschleierung vor Datei- und Speicherscannern zu verbergen. Allerdings muss die Verschleierung von bösartigem Code fallen, bevor er auf dem Computer ausgeführt werden kann. Dieser Prozess ist in der Regel auf bestimmte Betriebssystem-APIs angewiesen. Sophos platziert strategisch Täuschungselemente, die speicherbezogene APIs imitieren, die von Angreifern häufig zur Initialisierung und Ausführung ihres schädlichen Codes verwendet werden. Diese bedrohungs- und code-agnostische Verteidigung kann schädlichen Code unterbrechen, ohne gutartige Anwendungen zu behindern.

Begrenzung

Um Abwehrmaßnahmen zu umgehen, wird bösartiger Code in der Regel verschleiert und oft über gutartige Anwendungen transportiert. Vor der Ausführung eines verdeckten Codes muss die Bedrohung ihre Verschleierung aufheben, was zur Schaffung eines für die Ausführung von Code geeigneten Speicherbereichs führt und somit eine CPU-Hardwareanforderung darstellt. Die zugrundeliegenden Befehle, die zur Erstellung eines codefähigen Speicherbereichs erforderlich sind, sind derart kurz, dass sie allein nicht ausreichen, um von Schutztechnologien als bösartig eingestuft zu werden. Bei einer Blockierung solcher Befehle würden zwangsläufig auch gutartige Anwendungen nicht mehr funktionieren. Sophos Endpoint führt eine eindeutige Historie, verfolgt die Eigentümerschaft und korreliert Zuweisungen von codefähigem Speicher über Anwendungen hinweg. Dadurch sind neuartige Schutzmaßnahmen auf solch niedriger Ebene möglich und sinnvoll einsetzbar.

Härtung

Sophos verhindert die Manipulation von Prozessen, indem es Barrieren um die sicherheitssensiblen Speicherbereiche jeder Anwendung errichtet. Beispiele für sensible Speicherbereiche sind der Process Environment Block (PEB) oder der Adressraum von sicherheitsrelevanten Modulen wie dem Anti-Malware Scan Interface (AMSI). Angreifer, die darauf abzielen, die Identität eines gutartigen Prozesses anzunehmen, verstecken Befehlszeilenparameter, deaktivieren oder führen beliebigen Code im eigenen (oder im Adressraum eines anderen Prozesses) aus und manipulieren regelmäßig Code oder Daten innerhalb dieser sensiblen Bereiche. Durch die Abschirmung dieser Prozesse werden generisch eine Vielzahl bestehender und zukünftiger Angriffstechniken beendet und entlarvt.

Leitplanken

Sophos installiert sogenannte Guardrails (Leitplanken) um eine Code-Ausführung herum. Dadurch wird verhindert, dass die Code-Ausführung zwischen einzelnen Code-Abschnitten fließt und in einen Adressraum eindringt, der zwar Teil der ursprünglichen Anwendung ist, aber nur Daten enthalten soll. Außerdem werden aktiv APC-Injektion und die Nutzung verschiedener anderer Systemfunktionen verhindert, die nicht von legitimen Anwendungen verwendet werden.

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Roger Homrich

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