Oracle steigt in den virtuellen Ring

Der Datenbankhersteller Oracle hält gerade seine Hausmesse ‘Oracle Open World’ in San Francisco ab. Dabei hat er unter anderem eine eigene Server-Virtualisierungslösung angekündigt.

Oracle VM‘ ist eine Browser-basierte, in den Server integrierte Management-Plattform. Die neue Software unterstützt nicht nur Oracle-Anwendungen, sondern auch diverse Enterprise-Linux-Varianten von Oracle und Red Hat sowie Microsofts Windows-Server 2003 und Windows XP.

Nach Angaben von Oracles President Charles Philips während der Konferenz soll die Software bis zu dreimal effizienter als vergleichbare Produkte – beispielsweise von Red Hat oder Microsoft – sein. Man werde, ähnlich wie bei Oracle Unbreakable Linux, nicht das Produkt selbst verkaufen, sondern nur die Supportleistungen dafür. “Virtualisierung ist ein heißes Thema, und unsere Antwort darauf heißt Oracle VM”, sagte Philips in seiner Eröffnungsrede.

Bei der Server Virtualisierung wird ein physikalischer Server in mehrere virtuelle Server logisch aufgeteilt. Dies erfolgt durch eine Virtualisierungssoftware, welche die Hardware von der Software entkoppelt. Dadurch können vorhandende Hardwareressourcen der Server-Systeme wie Arbeitsspeicher und Festplatten, dynamisch auf logischer Ebene zugeordnet werden. Die Folge ist eine Verbesserung der Serverauslastung und ein gleichzeitiges Absinken des Administrationsaufwandes.

Wie Oracle weiter bekannt gab, basiert das Produkt auf der Open-Source-Software Xen ‘Hypervisor’. Ab dem 14. November steht es auf der Oracle-Webseite zum kostenlosen Download bereit. Für den Support verlangt der Software-Riese mindestens 499 bis 799 US-Dollar pro Jahr. Novell und Red Hat dagegen bieten Xen kostenlos an.

Außerdem stellte Philips das neue Basispaket von Oracles Application Integration Architecture (AIA) vor. Dabei handelt es sich um eine offene Plattform, über die Drittanbieter ihre Lösungen mit der Oracle Middleware verbinden können. Darüber hinaus werde man in absehbarer Zeit Details zu Fusion Middleware und zum Enterprise Manager 11g veröffentlichen, so Philips.

Umgehend hat VMware gekontert und mit der Betaversion des VMware Server 2 die nächste Generation seiner Virtualisierungslösung präsentiert. Wie auch der Vorgänger ist die aktuelle Version kostenlos erhältlich. Sie führt eine neue intuitive Management-Schnittstelle auf Webbasis ein, die Linux- und Windows-Nutzern eine konsistente Oberfläche für die Verwaltung bietet. Zudem unterstützt die neue VMware Server-Version mehr als 30 Varianten von Gastbetriebssystemen, darunter verschiedene Linux-Distributionen, Windows Server 2003, Windows Server 2008 (Beta) und Windows Vista.
 
“Bis heute wurde der VMware Server mehr als drei Millionen Mal heruntergeladen. Annähernd 70 Prozent dieser Downloads entfallen auf Unternehmen der Kategorie ‘klein’ und ‘mittel'”, sagte Dan Chu, Vice President of Emerging Products and Markets bei VMware.