SUSE bringt erstes Enterprise Linux für ARM-Server

SUSE kündigt den Suse Linux Enterprise Server für ARM an. Laut Hersteller ist das die erste kommerziell verfügbare Linux-Distribution für Server, die auf der 64-Bit-ARM-v8-A-Architektur aufbauen. Damit soll es Hardware- und Software-Anbietern möglich sein, über SUSEs Server schneller Lösungen für die junge Server-Architektur zu entwickeln. Die ARM-Version des SLES wird zusammen mit dem 64-bit ARM Support für SUSE Enterprise Storage gegen Ende des Jahres verfügbar sein. SUSE werde dann auch verschiedene Support-Optionen für Entwickler und Partner anbieten.

ARMs 64-Bit-Prozessor Cortex-A72 basiert auf der neuen Architektur ARMv8-A. (Bild: ARM)

Die ARM-Architektur ist vor allem im mobilen Umfeld stark verbreitet. Seit einigen Jahren gibt es Bemühungen, diese Architektur auch in das Rechenzentrum zu bringen. Erste Server gibt es bereits. Allerdings ist der Markt derzeit noch sehr klein. ARM-Server müssen auf spezielle Workloads hin optimiert werden, sind dann aber mit deutlich niedrigerem Energieaufwand zu betreiben als normale x86-Server.

2015 hatte SUSE die Zusammenarbeit mit verschiedenen Partnern angekündigt, um SUSE Enterprise auch auf Geräte zu bringen, die mit der 64-bit ARM Technologie ausgerüstet sind. Die Anwender sollen laut Hersteller den gleichen Funktionsumfang wie mit anderen Version des SUSE Linux Enterprise Servers.

Viridis – Der ARM-Server von Boston, lässt sich sogar mit einem Fahrrad betreiben. Diese neue Server-Architektur verspricht also deutliche Energieeinsparungen im Rechenzentrum. (Quelle: Boston Ltd.)

Zudem ermöglich SUSE über Tool ein schnelles Kompilieren, Verpacken und Installieren von Anwendungen auf der ARMv8-Architektur. Darüber hinaus unterstützt diese Linux-Version auch verschiedene Features, die die ARM-Chips mitbringen, wie zum Beispiel eine Storage-Optimierung des ARM Systems-On-Chip. Daneben bietet SLES auch Foundations für die Integration von Netzwerk-Funktionen, Verschlüsselung und Komprimierung. Auch individuelle Features beispielsweise aus FPGA-Komponenten soll die Linux-Distribution unterstützen.

Auch die SoC-Architektur des ThunderX von Cavium will SUSE mit der neuen ARM-Version des Enterprise-Server unterstützen. (Bild: Cavium)

Erweiterte Sicherheitsfunktionen für sensible Workloads seien nicht nur im SUSE Linux Enterprise Server 12 für x86 enthalten, der die Spezifikation Common Criteria EAL4+ unterstützt. Auch die ARM-Version durchlaufe den gleichen Entwicklungsprozess, betont SUSE.

SUSE nennt auch bereits erste Anwendungen, die zusammen mit Partnern entwickelt wurden. Dazu sollen ein hochskaliertes Storage, eine Anwendung für das High-Performance-Computing sowie verschiedene Netzwerksysteme zählen.

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“Cavium und SUSE haben sehr eng zusammengearbeitet um zum Release des SLES vollständigen Support für die ThunderX Workload Optimized Server-Prozessor Familie bieten zu können”, so Larry Wikelius, Vice President der Software Ecosystem and Solutions Group bei Cavium. “Dieses Release bietet ein reichhaltiges Feature-Set und eine Anwendungsoptimierung für Caviums 48-Core-Systemen mit hoher Performance.”

“Der SUSE Linux Enterprise Server for ARM wird Anwendern mehr Auswahl und Möglichkeiten geben, um ihre Business-Prozesse effektiv und kostengünstig zu aktualisieren”, erklärt Ralf Flaxa, SUSE President of Engineering.

Auch Al Gillen, Analyst bei IDC misst der ARM-Architektur wachsende Bedeutung zu: “ARM Prozessor Technologie etabliert sich als Alternative zu x86 Server-Prozessoren. Allerdings nicht nur bei Servern und IoT-Geräten, sondern auch für Systemkategorien wie Storage, Networking und High Performance Computing.” Die Tatsache, dass SUSE eine Version des Enterprise Linux für ARM vorstellt, ermögliche Innovationen und beschleunige das Wachstum eines breit aufgestellten Ökosystes an Lösungen.

Martin Schindler

Martin Schindler schreibt nicht nur über die SAPs und IBMs dieser Welt, sondern hat auch eine Schwäche für ungewöhnliche und unterhaltsame Themen aus der Welt der IT.

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