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Gaming in der Personalauswahl

Schnellere Spieler sind intelligenter. Zu diesem Ergebnis kommen Forschende aus Deutschland, Liechtenstein und Österreich in der gemeinsam veröffentlichten Studie „Intelligence at play: game-based assessment using a virtual-reality application“. Gaming könnte sich daher als Instrument für die Personalauswahl und zur Vorhersage der Arbeitsleistung eignen. Virtual-Reality-Anwendungen (VR) böten neue Möglichkeiten zur Simulation von Arbeitsumgebungen und würden deshalb zunehmend im Recruiting und in der Personalentwicklung eingesetzt, betonen die Studienautoren.

Für die Studie ließen die Forschenden mehr als 100 Probanden das kommerzielle VR-Spiel „Job Simulator“ im Labor spielen. Anschließend absolvierten die Teilnehmenden den Intelligenzstrukturtest „BIS-4“. Ein Ergebnis: Personen, die das Spiel schneller beendeten, schnitten auch besser im Intelligenztest ab. Mit jedem Punkt im Intelligenztest reduzierte sich die Spielzeit um durchschnittlich 0,05 Prozent. Oder anders formuliert: Ein Anstieg von 100 Testpunkten ging mit einer Reduktion der Spielzeit von durchschnittlich 1,7 Minuten einher.

Neben der allgemeinen Intelligenz spiegelten sich auch spezifische intellektuelle Fähigkeiten wie Verarbeitungskapazität im Spielerfolg wider. Darüber hinaus deuten die Ergebnisse darauf hin, dass auch Fähigkeiten wie Merkfähigkeit oder figurales Denken im Spiel gefragt waren.

Einsatzmöglichkeiten in der Personalauswahl

Da intellektuelle Fähigkeiten zu den zuverlässigsten Prognosefaktoren menschlicher Arbeitsleistung zählen, bestätigen die Studienergebnisse damit die Einsatzmöglichkeiten spielbasierter VR-Anwendungen in der Personalauswahl. Zugleich betonen die Forschenden jedoch, dass ein praktischer Einsatz kommerzieller VR-Spiele wie Job Simulator nicht empfehlenswert ist: „Wir haben das Spiel lediglich zu Testzwecken in der Studie verwendet“, sagt Alexander Simons. „Job Simulator ist ein sehr repetitives Spiel – wer es bereits kennt, hat natürlich einen Vorteil.“

Jedenfalls zeigt die Studie, dass selbst einfache VR-Spiele, die allein zu Zwecken der Unterhaltung entwickelt wurden, Rückschlüsse auf intellektuelle Fähigkeiten zulassen können. Um zukünftig genauere Erhebungen zu ermöglichen und um Trainingseffekte zu vermeiden, empfehlen die Forschenden die gezielte Entwicklung von VR-Spielen (sog. „Serious Games“).

Roger Homrich

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