Mobile Datenflatrate der Telekom verletzt Netzneutralität und Roaming-Regeln

Die mobile Datenflatrate StreamOn der Deutschen Telekom verstößt gegen Regeln zur Netzneutralität und zum Roaming. Zu dieser Auffassung ist die Bundesnetzagentur nach ihrer Prüfung des Streaming-Angebots gekommen. Wie Die Zeit berichtet werden jedoch in erster Linie Details in den Vertragsbedingungen kritisiert. Das Angebot an sich ist so durchaus möglich.

Mobilfunkkunden der Deutschen Telekom können in bestimmten Tarifen mit StreamOn auf Audio- und Videoangebote von Telekom-Partnern, etwa Amazon, Apple Music, Netflix, Spotify und Youtube, zugreifen, ohne dass die Nutzung auf das mit dem Vertrag abgedeckte Datenvolumen angerechnet wird. Das wurde als Bevorzugung bestimmter Anbieter und damit Verstoß gegen die Netzneutralität kritisiert. Der Einschätzung hat sich die Bundesnetzagentur nicht angeschlossen.

Sie hält jedoch bestimmte Vertragsbedingungen für bedenklich und fordert eien Überarbeitung. Beispielsweise behält sich im Tarif Magenta L die Telekom das Recht vor, Videostreaming auf DVD-Qualität zu reduzieren. Beim Audio-Streaming gibt es jedoch keine Beschränkung. Nach Auffassung der Bundesnetzagentur darf die Telekom die Streaming-Qualität zwar grundsätzlich reduzieren, muss dann Audio- und Videodienste jedoch gleich behandeln.

Außerdem verstößt StreamOn laut Bundesnetzagentur in der derzeitigen Form gegen die seit Sommer geltenden EU-Regeln zum Roaming, da die Telekom die Nutzung der Dienste der StreamOn-Partner nur im Inland nicht auf das Datenvolumen anrechnet. Im EU-Ausland wird die Datenübertragung jedoch auf das vertragliche zugesagte Datenvolumen angerechnet.

Die Telekom hat nun zwei Wochen Zeit, um die Mängel abzustellen. Andernfalls hätte die Bundesnetzagentur aufgrund des Telekommunikationsgesetzes die Möglichkeit, bestimmte Dienste zu verbieten oder Strafgelder zu verhängen.

PartnerZone

Effektive Meeting-und Kollaboration-Lösungen

Mitarbeiter sind heute mit Konnektivität, Mobilität und Video aufgewachsen oder vertraut. Sie nutzen die dazu erforderlichen Technologien privat und auch für die Arbeit bereits jetzt intensiv. Nun gilt es, diese Technologien und ihre Möglichkeiten in Unternehmen strategisch einzusetzen.

Konstantin von Notz, netzpolitischer Sprecher der Grünen, ist mit der Entscheidung der Bundesnetzagentur nicht zufrieden: “Wir hätten uns aber eine insgesamt sehr viel deutlichere Entscheidung gewünscht. So handelt es sich aus unserer Sicht bei dem gesamten Angebot der Telekom um einen klaren Verstoß gegen das Prinzip der Netzneutralität. Die Bevorzugung weniger Partnerdienste, die sich nur wenige große Anbieter leisten können, geht direkt zu Lasten von Mitbewerbern, der Wettbewerbsvielfalt und der Verbraucherinnen und Verbraucher.”

Die Telekom betont dagegen, Interessenten hätten stets die Möglichkeit, kostenlos mit ihr zusammenzuarbeiten. Der Videodienst Vimeo erklärte jedoch in einer Stellungnahme, die Netzpolitik.org (PDF) vorliegt, es gebe technische Hürden, die nur mit hohen Kosten und viel Aufwand zu überwinden seien. Sie hinderten zumindest Vimeo an der Teilnahme an StreamOn.

[mit Material von Stefan Beiersmann, ZDNet.de]

Peter Marwan

Peter Marwan ist Chefredakteur von silicon.de und immer auf der Suche nach Möglichkeiten, wie Firmen den rasanten Fortschritt in der IT-Branche in der Praxis nutzen können. Dabei geht es nicht nur darum, Vorhandenes zu optimieren, sondern vor allem auch um Ansätze und Strategien, mit denen sich neue, durch die IT unterstützte Geschäftsmodellle entwickeln lassen.

Recent Posts

Hybrides Arbeiten – Die größten Fehler bei der Rückkehr ins Büro

Unternehmen riskieren, Mitarbeiter wegen schlechter Anwendererfahrungen zu verlieren, warnt Gastautor Roman Pelzel von ISG.

32 Minuten ago

Bumblebee: Cybererpresser setzen auf neue Malware zur Verbreitung von Ransomware

Symantec bringt den Loader Bumblebee in Verbindung mit den Ransomware-Gruppen Conti, Mountlocker und Quantum. Die…

3 Stunden ago

Markt für Microsoft-Partner flaut ab

ISG-Studie: Wettbewerb verschärft sich unter anderem, da Microsoft große und strategisch wichtige Kunden zunehmend direkt…

18 Stunden ago

ZuoRAT: Neue mehrstufige Malware greift SOHO-Router in Europa an

Die Malware ist bereits seit 2020 im Umlauf. Die Hintermänner setzten ZuoRAT nur für zielgerichtete…

22 Stunden ago

Firefox 102: Mozilla schließt 21 Sicherheitslücken

Für mehr Sicherheit sorgt auch ein strikteres Sandboxing des Audio-Decoding. Die Entwickler verbessern zudem den…

1 Tag ago

Arm stellt zweite Generation der Armv9-CPUs vor

Die überarbeiteten Kerne Cortex-X3 und Cortex-A715 steigern die Peak Performance um bis zu 25 Prozent.…

1 Tag ago