Geheime Yahoo-Unterlagen über Google-Deal

Das wurde jetzt aus Gerichtsunterlagen bekannt. Rechtsvertreter verschiedener Pensionskassen hatten wegen des gescheiterten Deals mit Microsoft gegen das Yahoo-Management geklagt und wollen auf diesem Weg eine Wiederaufnahme der Übernahmegespräche mit Redmond erzwingen.

Im Zuge der Verhandlungen machte das Gericht auch interne Unterlagen öffentlich. Ein Yahoo-Dokument, das für ein unternehmensweites Meeting vorbereitet wurde, enthält besonders brisante Details. Das Papier ist auf den 30. Januar datiert, einen Tag vor dem Übernahmeangebot von Microsoft.

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In dem Dokument wurden Antworten auf Fragen von Mitarbeitern vorbereitet. Eine dieser Fragen lautete, ob Yahoo vielleicht die Werbung auf den Suchergebnissen an den Marktführer Google outsourcen solle.

Das, so das Papier, würde jedoch nur kurzfristig Vorteile bringen. Für die Langzeitstrategie, Yahoo als ein ‘Muss’ für Werbetreiber zu positionieren, wäre dieser Schritt jedoch schädlich. “Eine kurzfristige Analyse des Umsatzpotentials eines ausgelagerten Geschäftes wird vermutlich nicht die langfristige Auswirkung auf den Wettbewerb im Markt mit einbeziehen, wenn sich Suche zu einem faktischen Monopol entwickelt.”

Entweder treibt Yahoo ein doppeltes Spiel, oder das Übernahmeangebot von Microsoft hatte auf die strategischen Überlegungen von Firmengründer Jerry Yang grundlegenden Einfluss. Dieser erklärte vergangene Woche: “Wir haben, tatsächlich, ein paar Ideen, was Google für uns, und was wir für Google tun könnten.”

Anfang April hatte Yahoo Tests mit Googles Suchwerbung angekündigt. Microsoft Live Search wirft nun einem potentiellen Abkommen zwischen Google und Yahoo Wettbewerbsfeindlichkeit vor. Ähnliche Überlegungen äußern staatliche Stellen. Die US-Regulierungsbehörde kündigte ebenfalls eine kartellrechtliche Überprüfung eines jeglichen und wie auch immer gearteten Abkommens zwischen den beiden wichtigsten Suchmaschinen an.

Aber für ein solches Abkommen könnte vielleicht tatsächlich das Kaufangebot von Microsoft für 31 Dollar je Anteil als Geburtsstunde gelten. Denn als Yahoo die Offerte als zu niedrig zurückwies, erklärten die Manager auch, nach neuen Alternativen für Yahoos Geschäftsmodell Ausschau zu halten.

Das Gericht in Delaware hatte entschieden, nachdem einige Informationen aus dem Dokument entfernt worden waren, das interne Papier im Zuge des Verfahrens öffentlich zugänglich zu machen. Mit wenig Erfolg legte Yahoo gegen die Veröffentlichung Berufung ein und zeigte sich enttäuscht über die richterliche Entscheidung. Kommentare von Yahoo zum Dokument liegen derzeit keine vor.

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Silicon-Redaktion

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