Bericht: Hacker nehmen deutsche Windenergie-Branche ins Visier

Seit Beginn der russischen Invasion in der Ukraine wurden offenbar drei deutsche Windenergieunternehmen zu Zielen von Cyberangriffen. Wie das <a href=”https://www.wsj.com/articles/european-wind-energy-sector-hit-in-wave-of-hacks-11650879000?mod=djemalertNEWS” target=”_blank”>Wall Street Journal</a> berichtet, wurden die Deutsche Windtechnik AG und der Turbinenhersteller Nordex SE Opfer von mutmaßlich Russland nahestehenden Hackern. Der Turbinenhersteller Enercon sieht sich selbst zudem als “Kollateralschaden” des Angriffs auf das Satellitenunternehmen Viasat.

Dem Bericht zufolge entdeckte Nordex am 31. März einen Sicherheitsvorfall, der das Unternehmen zwang, seine IT-Systeme herunterzufahren. Einen Monat später übernahm die Ransomwaregruppe Conti die Verantwortung für den Vorfall – sie hatte sich zuvor öffentlich hinter die russische Regierung gestellt.

Laut Deutsche-Windtechnik-Vorstand Matthias Brandt untersuchen Cybersicherheitsexperten, ob die Conti-Ransomware auch für den Angriff auf sein Unternehmen benutzt wurde. Der Angriff habe den internen IT-Systemen und nicht den Industriesystemen gegolten, die die Windturbinen steuern. Er habe am 12. April von dem Einbruch in die internen Systeme erfahren.

Deutsche Windtechnik geht nicht auf Lösegeldforderung ein

Mitarbeiter hätten auch eine Lösegeldforderung gefunden, ergänzte Brandt. Deutsche Windtechnik habe die meisten Folgen der Attacken bis zum nächsten Tag beseitigt. Die Hacker seien nicht kontaktiert worden.

Unter anderem waren laut WSJ die E-Mail-Systeme von Deutsche Windtechnik betroffen. Sie seien zu rund 90 Prozent wiederhergestellt worden. Man werde allerdings noch einige Wochen benötigen, um Teile der Unternehmenssoftware wieder hochzufahren, die als Vorsichtsmaßnahme abgeschaltet worden seien. Für Kunden ergäben sich daraus keine Probleme, der interne Mehraufwand sei jedoch hoch. Zu den möglichen Folgekosten der Attacke machte Brandt keine Angaben.

Schon Ende Februar hatte Enercon eingeräumt, vom Hackerangriff auf Viasat betroffen zu sein. Die Attacke auf das Satellitenunternehmen fand nahezu gleichzeitig mit dem Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine statt. Enercon verlor dadurch den Fernzugriff auf 5800 seiner Windturbinen. Diese seien jedoch im Automatikmodus weiter betrieben worden.

Lesen Sie auch : Wahlkampf mit KI
Stefan Beiersmann

Stefan unterstützt seit 2006 als Freier Mitarbeiter die Redaktionen von Silicon.de und ZDNet.de. Wenn andere noch schlafen, sichtet er bereits die Nachrichtenlage, sodass die ersten News des Tages meistens von ihm stammen.

Recent Posts

Präventive IT-Sicherheit im KI-Zeitalter

Kein anderer Sektor wird von der KI-Entwicklung so stark aufgewirbelt wie die IT-Sicherheit, sagt Ray…

7 Stunden ago

Mercedes und Siemens entwickeln digitalen Energiezwilling

Ziel ist es, das Zusammenspiel von Energieeffizienz und Nachhaltigkeit in der Fabrikplanung zu verbessern.

9 Stunden ago

Podcast: Zero Trust zum Schutz von IT- und OT-Infrastruktur

"Das Grundprinzip der Zero Trust Architektur hat sich bis heute nicht geändert, ist aber relevanter…

1 Tag ago

Paradies für Angreifer: überfällige Rechnungen und „Living-off-the-Land“

HP Wolf Security Threat Insights Report zeigt, wie Cyberkriminelle ihre Angriffsmethoden immer weiter diversifizieren, um…

1 Tag ago

EU-Staaten segnen Regulierung von KI final ab

AI Act definiert Kennzeichnungspflicht für KI-Nutzer und Content-Ersteller bei Text, Bild und Ton.

2 Tagen ago

eco zum AI Act: Damit das Gesetz Wirkung zeigen kann, ist einheitliche Auslegung unerlässlich

Aufbau von Aufsichtsbehörden auf nationaler und EU-Ebene muss jetzt zügig vorangetrieben werden.

2 Tagen ago