Oliver Schröder

ist Vice President Sales DACH bei Informatica.

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Chief Data Officer: Die neuen Führungskräfte treiben das Business voran

Chief Data Officer (CDO) sind die Führungskräfte der Stunde und treiben das Business in Unternehmen voran – so das Ergebnis einer aktuellen IDC Umfrage im Auftrag von Informatica.

Fast sechzig Prozent der Chief Data Officers berichten an die Unternehmensleitung, die Mehrheit davon direkt an den Chief Executive Officer (CEO). Darüber hinaus müssen CDOs mit einer Reihe von Interessengruppen zusammenarbeiten, um ihren Erfolg zu gewährleisten. Dazu gehören neben CEOs auch Chief Financial Officers (CFO), Chief Operations Officers (COO) und Chief Digital Officers (die andere CDO-Rolle).

Fokussierte sich die Charta der Chief Data Officers traditionell darauf, gesetzliche Regularien einzuhalten, erweitert sich diese Rolle nun. Der CDO ist jetzt auch dafür verantwortlich, dass eine breite und konsistente Nutzung von Daten dazu beiträgt, die Geschäftsergebnisse zu verbessern. Vier der fünf wichtigsten Leistungsindikatoren (Key Performance Indicators, KPIs) für den Erfolg von CDOs konzentrieren sich darauf, die Business-Ziele eines Unternehmens zu erreichen. Dazu gehören:

• Innovation und Umsatz,
• Kundenzufriedenheit und Erfolg,
• Operative Effizienz und Exzellenz,
• Produktivität und Kapazitäten

Eine der besten Möglichkeiten, wie ein CDO seinen Mehrwert für eine Organisation demonstrieren kann: Er sollte eine Datenstrategie entwickeln, die auf die Geschäftsziele, Prozesse und Unternehmensergebnisse einzahlt. Eine gut durchdachte Datenstrategie gewährleistet auch, dass die Leistung der gesamten Firma sich verbessert.

Eine Datenstrategie unterstützt auch dabei, dass die Führungsebene eine gemeinsame Vision und ein gemeinsames Verständnis über Geschäftsbereiche, Organisationsfunktionen und Mitarbeiter hinweg entwickelt. Gegenüber Dritten lassen sich klare Antworten auf die Frage „Was ist für mich drin?“ formulieren. Dies ist für eine Veränderung der Unternehmenskultur und das Verhalten der einzelnen Mitarbeiter enorm wichtig. Ist der Chief Financial Officer beispielsweise besorgt, da die Forderungslaufzeiten (Days Sales Outstanding, DSO) gestiegen sind und sich dies negativ auf die Liquidität und den Cashflow auswirkt, können Chief Data Officers zeigen, dass:

• Genaue Inventory-Daten die Lieferfähigkeit verbessern. Händler sind damit in der Lage, vorhergesagte Liefertermine besser einzuhalten
• Dezidierte Versanddaten die Pünktlichkeit von Lieferungen erhöhen
• Vollständige Kontaktdaten die Empfangszeit von Rechnungen verkürzen
• Präzise Steuerdaten Rechnungsstreitigkeiten verringern

All dies unterstützt den Chief Financial Officer dabei, die Forderungslaufzeiten zu verbessern – eine seiner wichtigsten Kennzahlen.

Sri Mishra, Chief Data and Technology Officer bei JDRF International, ist ein CDO, der in erster Linie eine Führungskraft ist. Auf dem MIT CDOIQ-Symposium des MIT am 19. August 2020 wurde Sri Mishra beispielsweise mit dem Preis für „Transformation of Collaboration from Inwards to Outwards“ ausgezeichnet. Das Team nutzte Daten und Analysen, um Spender, Freiwillige und andere Unterstützer zu identifizieren, zu segmentieren und mit ihnen besser zusammenzuarbeiten. Damit sollte die Mission von JDRF – die Lebensbedingungen von Menschen mit Typ-1 Diabetes zu verbessern – vorangetrieben werden.

Die wichtigsten Kennziffern:

• Bis zu 40 Prozent höhere Produktivität
• Die Click-Through-Rate stieg um fünf Prozent
• Die Konversionsrate lag um zwei Prozent höher
• Die Matching-Rate von einheimischen Freiwilligen zu bedürftigen Familien erhöhte sich um 80 Prozent

Dieses Beispiel unterstreicht, wie wichtig eine präzise Analyse von Daten ist, damit Unternehmen erfolgreich arbeiten können. Daten schaffen einen deutlichen Mehrwert, um Geschäftsziele zu erreichen: Auf ihrer Basis lassen sich unterschiedliche Szenarien durchspielen – zum Beispiel vor einem Produkt-Launch oder hinsichtlich der Entwicklung unterschiedlicher Geschäftsfelder – und fundiertere Entscheidungen treffen, die auf Fakten, nicht auf Bauchgefühl beruhen. Damit erhalten Unternehmen einen deutlichen Wettbewerbsvorteil und sind außerdem in der Lage, ihre Kunden noch besser zu betreuen. Das Ergebnis sind loyalere Kunden mit einer engen Bindung an die Organisation und bessere Geschäftsergebnisse als zuvor.