In dem zweiten Account, den Primbs pflegt, beschränkt er sich auf geschäftliche Fragen. Und hier zeigt sich auch der praktische Nutzen: “Jemand hat eine Frage und dann hat man diese Schwarmintelligenz. Ist die Gefolgschaft groß genug, wird schon irgendjemand eine Antwort auf die Frage haben.”

Dieses Tool lasse sich zum Beispiel auch für Umfragen nutzen. Andere organisieren ihre Fahrgemeinschaft oder koordinieren ganze Projekte mit diesem Tool. Denn schließlich lässt sich um jeden Twitter-Account ein Zaun ziehen und nur geladene Gäste dürfen zur Party erscheinen. Damit wäre auch eine gewisse Form von Privatsphäre und Datensicherheit gewährleisten.

Für IT-Entscheider im Management ist vielleicht der direkte Austausch via Twitter nicht mehr so entscheidend, die Kontaktpflege mit Geschäftspartnern ist vielleicht auf dem Business-Netzwerk Xing nicht annähernd so zeitintensiv.

Dennoch können auch sie – indirekt – von Twitter profitieren. Tools wie Twitscoop zeigen an, über welche Begriffe derzeit am meisten getwittert wird. Damit ist man schnell auf dem Laufenden, was die Menschheit – vor allem aber die Early Adopters – derzeit bewegt. Weitere Informationen liefern Wikis wie Twitter-Wiki. Mit Twittervision kann man sich auf einer Karte anzeigen lassen, woher die Menschen kommen, die diese Tools nutzen. Tweetdeck organisiert nicht nur mehrere Twitter-Feeds in einem Fenster, sondern kann auch ganz gezielt nach Begriffen und Diskussionen suchen.

Also vielleicht ist Twitter doch nicht so uninteressant. Auch wenn das Tool häufig mit der Euphorie bei Second Life gleichgesetzt wird, glaube ich nicht, dass dieses Blogging-Tool einen derartigen Bedeutungs- und Interessenschwund erleben wird. Im Gegenteil, denn in gewisser Weise ist Twitter die Quintessenz all dessen, was das viel diskutierte Web 2.0 ausmacht – zumindest bringt es nahezu alle Komponenten in irgend einer Form unter einen Hut, so komisch das bei der ersten Berührung mit dem Thema auch klingen mag.

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Silicon-Redaktion

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