Texas klagt Sony BMG wegen Gesetzesbruchs an

EnterpriseSoftware

Die schlechten Nachrichten für Sony BMG kommen heute aus Texas und Kalifornien

Die schlechten Nachrichten für Sony BMG kommen heute aus Texas und Kalifornien. Greg Abott, Generalstaatsanwalt von Texas, reichte Klage gegen das Musiklabel ein. Hintergrund ist, dass Sony BMG weltweit etwa fünf Millionen CDs mit dem Kopierschutz XCP auslieferte, der sich auf Rechnern wie ein Hackertool verhält. Mittlerweile musste das Label die CDs zurückrufen und bietet einen Ersatz an.

Abott wirft Sony BMG nach einem Bericht der New York Times vor, ein Anti-Spyware-Gesetz verletzt zu haben, den ‘Consumer Protection Against Computer Spyware Act’. Texas hatte dieses Gesetz im Frühjahr 2005 verabschiedet, es war zum 1. September in Kraft getreten. Abott fordere jetzt eine Kompensationszahlung von 100.000 Dollar je Gesetzesbruch, hieß es.

Es sei zu verstehen, dass das Label sein geistiges Eigentum schützen wolle, sagte Abott dem Blatt. Das berechtige das Unternehmen jedoch nicht dazu, die Gesetze des Bundesstaates zu missachten. Sony BMG wird mittlerweile von insgesamt sieben Parteien verklagt – die erste Klage hatten Anwender am 10. November eingereicht.

Unter den Klägern ist jetzt auch die kalifornische Bürgerrechtsgruppe ‘Electronic Frontier Foundation’ (EFF). Diese zielt jedoch weniger auf XCP als vielmehr auf ‘MediaMax’ – ein DRM-Tool (Digital Rights Management), das vom US-Unternehmen SunnComm für Sony BMG hergestellt wurde. Nach EFF-Angaben ist MediaMax auf etwa 20 Millionen CDs von Sony BMG installiert und weist – wie XCP – verbraucherfeindliche ‘End User Licensing Agreements’ (EULA) auf.

Sony BMG teilte dagegen mit, dass MediaMax lediglich auf zwölf Millionen CDs enthalten ist. Man überprüfe gerade die Kopierschutzlösungen auf allen CDs, teilte das Label der EFF mit. Die MediaMax-CDs zurückzurufen, sei jedoch nicht erforderlich.