E-Mails können bald auch vergooglet werden

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Der Internet-Suchdienst Google plant einen eigenen kostenlosen E-Mail-Service.

Der Internet-Suchdienst Google plant einen eigenen kostenlosen E-Mail-Service. Das Produkt befindet sich in der Testphase, soll aber in den kommenden Wochen unter www.gmail.com an den Start gehen. Der E-Mail-Service soll ein Gigabyte Speicherplatz bieten und eine spezielle Filterfunktion zur E-Mail-Suche beinhalten, hieß es. Angesichts neuer Konkurrenz vor allem von Yahoo und der Microsoft-Tochter MSN will Google durch ‘Gmail’ die Kundenbindung erhöhen.
Gmail bietet seinen Anwendern 1 Gigabyte Speicherplatz, genug um 500.000 E-Mail-Seiten zu speichern, so die Betreiber. MSN und Yahoo gewähren jeweils nur zwei beziehungsweise vier Megabyte. Unklar ist allerdings, ob Google die immense Speicherkapazität auch dann aufrecht erhalten kann, wenn der Dienst populär wird. Die Finanzierung des Projekts steht auf alle Fälle. Der Service werde durch Weblinks finanziert, die gezielt in den Mail-Text eingefügt werden. Das heißt, schreibt ein Google-Nutzer zum Beispiel über einen Konzertbesuch, wird ein Link zu einem Online-Ticket-Anbieter eingefügt.

Neu ist auch eine Filterfunktion, mit der Gmail-Nutzer ihre erhaltenen oder gesendeten Mails nach Stichworten durchsuchen können. “Die Leute haben tausende Nachrichten. Nun können sie überall darin Informationen suchen. Egal ob sie im Büro, in einem Internet-Cafe oder zuhause sind”, so Google-Mitbegründer Sergey Brin.

Nach Einschätzung von Experten reagiert Google mit der neuen Initiative vor allem auf den Konkurrenzdruck von Anbietern kostenloser E-Mail-Dienste wie Yahoo oder MSN, die beide die prominente Stellung von Google attackieren. Erst vor kurzem hatte Google sein Internet-Angebot um ein Einkaufstool erweitert, das den Nutzern Preisvergleiche ermöglicht. Im Februar hatte Yahoo Mail knapp 40 Millionen Nutzer, MSN Hotmail rund 35 Millionen und AOL gut 30 Millionen.