Kritik an Österreichs Gesundheitskarte

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Deutschland schaut in den letzen Monaten immer wieder neidisch auf den kleinen Nachbarn, auch technologisch hat die Alpenrepublik einiges voraus, letztes Beispiel: die Gesundheitskarte.

Deutschland schaut in den letzen Monaten immer wieder neidisch auf den kleinen Nachbarn. Auch technologisch hat die Alpenrepublik einiges voraus, letztes Beispiel: die Gesundheitskarte, genannt e-Card. Doch ist auch hier nicht alles Gold was glänzt. Kritik übte zuletzt der österreichische Bundesrechnungshof in einem aktuellen Bericht, der die Situation bis zum Mai 2004 beleuchtet. Damals war das Projekt bereits über zwei Monate hinter dem Zeitplan zurück. “Auch waren wesentliche Vereinbarungen zwischen dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und der österreichischen Ärztekammer über die Anwendung der e-Card sowie die Kostenbelastung der künftigen Nutzer noch ausständig”, heißt es in dem Bericht.

Das Projekt sei zu teuer heißt es. Wegen der hohen Personalkosten der SV-ChiBE, die mit der Umsetzung der Pläne für eine umfassende Gesundheitskarte betraut ist, empfiehlt das Gremium eine Straffung der Organisation und Kürzungen beim Personal.

Zudem seien Gutachteraufträge teilweise ohne Ausschreibung und offenbar auch ohne “konkrete Aufgaben” vergeben worden. Ein Beratungsunternehmen berechnete trotz Kostengrenze von etwa 68.000 Euro, 116.000 Euro. Der Bericht wartet mit weiteren Negativ-Beispielen auf, mutmaßt aber auch über die Gründe für das Missmanagement.

“Nach Ansicht des Rechnungshofes war die bestehende Projektorganisation auf der zersplitterten Entscheidungsstruktur und der unzureichenden Abgrenzung der Verantwortlichkeiten für eine zeit- und kostengünstige Projektabwicklung nicht geeignet”, so das Gremium.