Persönliches Risiko für Manager steigt

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Betrug, Spionage und Korruption ist in immer mehr deutschen Unternehmen an den Tagesordnung. Pro Delikt liegt dabei der Schaden bei 4,3 Millionen Euro, besagt eine aktuelle Studie der Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). Vor diesem Hintergrund ist ein aktuelles Urteil des Bundesgerichtshofs besonders brisant: Es erhöht das persönliche Risiko für Korruptionsbeauftragte.

Gute die Hälfte der Haupttäter stammt der Studie der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft zufolge aus dem geschädigten Unternehmen selbst. Meist handelt es sich dabei um Mitarbeiter, die länger als zehn Jahre im Unternehmen sind. Gut zwei Drittel der Straftaten werden dabei von Führungskräften begangen, knapp 30 Prozent der Delikte im Top-Management. Oft kommen die Täter jedoch ungeschoren davon.

Während die Firmen zwischen 2005 und 2007 noch gegen 61 Prozent der Ertappten Anzeige erstatteten, sank die Quote zwischen 2007 und 2009 auf 50 Prozent. Die Unternehmen würden bei einer Anzeige mit negativen Folgen in der Öffentlichkeit rechnen, erklärt PwC-Experte Steffen Salvenmoser die Zurückhaltung. Dazu zählten die Furcht vor Imageschäden sowie fallenden Aktienkurse.

Gleichzeitig fürchten die Unternehmen – befragt wurden 500 deutsche Großunternehmen – dass sich das Problem in der Wirtschaftskrise noch weiter verschärfen könnte. Die Firmen rechnen vor allem mit einer Zunahme von Industriespionage oder Preisabsprachen. Knapp jedes dritte Unternehmen befürchtet zudem mehr Straftaten, weil die Beschäftigten in der Krise sich mehr um ihre Arbeitsplätze sorgten.

Konsequenzen aus diesen Befürchtungen werden aber nicht gezogen. Viele Firmen wollen ihr Budget zur Abwehr von Straftaten nicht erhöhen, jedes fünfte Unternehmen will die Gelder sogar kürzen. “Bekämpfung ist ein Topthema für Unternehmen, aber es darf nichts kosten”, heißt es in der Studie. Zwar wurden die Kontrollen in jüngster Zeit ausgebaut, 70 Prozent der Delikte kamen jedoch zufällig oder durch Tippgeber ans Licht, so die Experten. Die interne Revision deckte nur 13 Prozent der Fälle auf.