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In Sachen Datenschutz sorgt Facebook immer wieder für Negativschlagzeilen. Diese resultieren aus dem Geschäftsmodell des Social Network, sagt der Sicherheitsexperte Bruce Schneier, Chief Security Technology Officer von BT. Das Wall Street Journal berichtete derweil, dass Facebook User-IDs weitergegeben hat.

Social-Networking-Seiten wie Facebook ermunterten ihre Mitglieder geradezu, persönliche Daten preiszugeben – weil diese Firmen Inhalte brauchten, die sie an Werbetreibende verkaufen könnten, sagte Schneier in der vergangenen Woche auf der RSA Conference Europe in London. Die Geschäftsführer dieser Firmen “töten den Datenschutz” – das sei ihr Markt. “Und Facebook ist der schlimmste Übeltäter.”

Letztlich tue Facebook das Beste für seine Kunden, so Schneier. Die Kunden seien jedoch nicht die Facebook-Mitglieder, sondern die werbetreibenden Unternehmen. Die Mitglieder sollten nicht überrascht sein, dass ein Service, der von Drittparteien bezahlt werde, auch im Interesse dieser Parteien handle. Schneier forderte die Regierungen dazu auf, die Datenschutzgesetze in dieser Sache nachzubessern.

Facebook reagierte auf Schneiers Vorwürfe. Das Geschäftsmodell beruhe zwar auf Einnahmen aus der Werbung, teilte das Unternehmen mit. Nichts sei für Facebook jedoch wichtiger, als den Nutzern eine gute Erfahrung, Sicherheit und Spaß zu liefern. Man stelle Werbekunden nur anonymisierte und aggregierte Daten zur Verfügung. Personalisierte Daten würden nicht weitergegeben.

Fotogalerie: Privatsphäre-Einstellungen bei Facebook


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Genau das Gegenteil behauptet jetzt das Wall Street Journal (WSJ). Nach diesem Bericht übermitteln Facebook-Apps persönliche Nutzerdaten an Werbefirmen und Unternehmen, die auf Internet-Tracking spezialisiert sind. Die Anwendungen verstießen damit gegen die Regeln des Social Network, so das Blatt.

Dem Bericht zufolge hatten mindestens 25 Drittunternehmen Zugriff auf Nutzernamen und in einigen Fällen auch auf die Namen von Freunden der Mitglieder. Das Problem betreffe mehrere zehn Millionen Anwender. Das WSJ hat nach eigenen Angaben herausgefunden, dass die zehn beliebtesten Facebook-Apps – darunter auch Zyngas ‘FarmVille’ – User-IDs an Dritte senden. Mit den User-IDs könnten die Namen von Nutzern ermittelt werden.

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4 Kommentare zu “Facebook tötet den Datenschutz”

  • 18.10.2010 um 22:18 von muhsi

    mal wieder…
    das sind ja fast schon blackhat methoden die facebook da durchgführt….

    http://www.blackhat-news.com

  • 19.10.2010 um 14:28 von Norbert Wagner

    Umsonst ist nichts
    Langsam sollte es doch auch der letzte merken: es gibt nichts umsonst auf diesem Planeten, – auch nicht im Web.

  • 19.10.2010 um 14:30 von Jenzo

    Das ist nicht neu…….
    ….aber zeigt, dass das Thema bei Facebook und Co aktueller ist, denn je.

    Ich habe und werde niemals einen Account bei Facebook oder einem sozialen Netzwerk besitzen. Eben weil ich nicht mit der Privacy Policy (die den Namen net verdient hat) einverstanden bin. Vielleicht Weil ich einer der wenigen bin, die mal das Gehirn eingeschaltet haben und das Teil auch mal gelesen hat.

    Ansich sind die Mitglieder dann auch selber an so einer Scheisse schuld – auch, wenn Facebook sich um jeden erwartbaren Datenschutz drückt.

    Nunja; hoffen wir mal, dass eine neue Datenschutznovelle so wie von Frau Aigner vorgeschlagen sich auch durchsetzt. Wenn Facebook dann nicht ordentlich nachbessert können die hier in Deutschland endlich einpacken….

  • 20.10.2010 um 11:03 von Andreas

    Spitze!!!
    Drehe ich die Sichtweise doch einmal um: Wer sagt denn, daß ich Wahrheiten bei diesen Diensten verbreite… FAKEBOOK halt – gezielt dafür nutzen, sage ich!.
    Oder wie eine der ältesten Weißheiten lautet: im Internet weiß niemand, das Du ein Hund bist ;-)

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