Workstations: Erst fingen sie ganz langsam an. Aber dann!

Zugegeben: Der Start war etwas holprig. Als Dell im Jahr 1997 seine erste Workstation auf den Markt brachte, war die Resonanz überschaubar. Gerade einmal 700 der neuartigen Geräte fanden im ersten Quartal einen Abnehmer. Vielen war noch nicht so richtig klar, wofür genau so eine Workstation gut sein soll, und die Kosten taten wohl ihr Übriges.

So gering die Leistungsfähigkeit des Geräts heute erscheint, so hoch war für heutige Begriffe sein Preis. Die Workstation enthielt eine Grafikkarte mit 128 MByte, was damals dem neuesten Stand der Technik entsprach, und schlug mit stolzen 12.000 Dollar zu Buche.

Der rasante technologische Fortschritt der vergangenen zwei Jahrzehnte hat diesen Zustand grundlegend geändert. Aktuelle Tower-Workstations von Dell rechnen 32.000-mal schneller als das erste Modell, bringen 2800-mal mehr Grafikleistung und kosten dabei nur noch 3000 Euro. Außerdem sind sie heute klein genug, um unter einen Schreibtisch zu passen.

Die technologische Entwicklung hat aber nicht nur das Preis-Leistungs-Verhältnis eindeutig zum Positiven verändert: Sie hat auch ganz neue Typen von Workstations ermöglicht. Zum klassischen Tower stießen mobile Modelle hinzu, die dieselbe Leistungsfähigkeit bieten und mit Displays versehen sind, die auch im Freien oder in Hallen eine optimale Darstellung erlauben. Mit Rack-Workstations für das Rechenzentrum wurde eine Lösung bereitgestellt, die verteilt arbeitenden Teams Anwendungen und Daten zentralisiert zur Verfügung stellt.

Diese Entwicklungen haben dazu geführt, dass Workstations heute von Millionen Anwendern in aller Welt genutzt werden, um besonders rechenintensive und grafisch anspruchsvolle Anwendungen zu betreiben. Vor allem bei der Arbeit von kreativen Köpfen sind die Geräte nicht mehr wegzudenken – sei es bei der Produktion von Filmen, Visual Effects, Musik oder VR-Inhalten in der Unterhaltungs- und Medienbranche oder bei der Konstruktion und dem Produktdesign in der Fertigungsindustrie. Nachfolgende einige konkrete Beispiele aus der Praxis für das breite Einsatzspektrum von Workstations heute.

Licht- und Videodesign mit Workstations

Ein Beispiel dafür, wie Workstations heute kreatives Arbeiten fördern, liefert der Marburger Dienstleister loop light. Als Spezialist für Licht- und Videodesign sorgt er bei Konzerten, Aufführungen, Shows, Messen oder Unternehmensveranstaltungen weltweit für die visuellen “Wow”-Effekte.

Zu den Veranstaltungen, an denen das Unternehmen bereits mitgewirkt hat, zählen unter anderem die Wiedereröffnung des Berner Wankdorf-Stadions, Tourneen von Nena und Mando Diao oder Pressevorführungen neuer Fahrzeuge von Porsche, Audi und Opel. Mit ihren Tower-Workstations können die Mitarbeiter von loop light die nötigen Inhalte nicht nur sehr schnell produzieren – was im schnelllebigen Show-Geschäft praktisch immer nötig ist –, sondern damit auch direkt vor Ort ihre Anwendungen mitten im Geschehen zuverlässig live steuern.

Workstations als Helfer im Filmgeschäft

Mobile Workstations stellen ihre Leistungsfähigkeit unter anderem beim VFX-Spezialisten Pixomondo unter Beweis. Das Unternehmen verfügt über Studios auf der ganzen Welt – unter anderem in Stuttgart und Frankfurt – und ist vielfach preisgekrönt. So wurde es für seine visuellen Effekte im Film “Hugo Cabret” und in der TV-Serie “Game of Thrones” mit einem Oscar und mehreren Emmys ausgezeichnet.

Um mit ihren Visual Effects die Filmsets nahtlos erweitern zu können, nehmen die Mitarbeiter von Pixomondo mobile Workstations mit zum Dreh und scannen damit die Sets direkt vor Ort. Mit Hilfe eine Compositing-Software können die Mitarbeiter dann auch gleich vor Ort erste Bildretuschen durchprobieren.

Workstations bei der Bergrettung

Dass Workstations aber nicht nur Kreativ-Profis bei ihrer Arbeit optimal unterstützen, sondern auch auf ganz anderen Gebieten eine wertvolle Hilfe sein können, zeigt das Beispiel der Bergwacht Rosenheim. Mit einem Team aus rund 60 aktiven Berwachtmännern und -frauen engagiert sie sich ehrenamtlich für die Bergrettung im bayerischen Hochriesgebiet.

Zur Ortung von Vermissten stehen ihnen speziell ausgestattete Fahrzeuge mit Wärmebildkameratechnik zur Verfügung. Mit mobilen Workstations, die leicht und trotzdem robust genug sind, um sie auch im Gelände zu verwenden, können sie die Daten aus der Wärmebildkamera auslesen – und damit die vermissten Personen aufspüren.

Die Zukunft: Workstations mit Sprache und Gesten steuern

Damit sind die Workstations aber noch nicht am Ende ihres Potenzials angelangt. Ganz im Gegenteil. Prozessorleistung, Speicherkapazitäten und Bildschirmtechnologien werden sich auch künftig rasant weiterentwickeln. Dadurch wird es beispielsweise möglich sein, Workstations durch Sprach- und Gestensteuerung auf natürlichere Weise zu bedienen.

Aktuelles Workstation-Portfolio von Dell (Bild: Dell)

Augmented Reality und Virtual Reality werden noch immersivere virtuelle Umgebungen schaffen und damit Fertigung, Konstruktion, Ausbildung und Produktdesign revolutionieren. Prädikative Technologien und Machine Learning werden in Zukunft zur Norm werden.

Die Workstations werden dann nicht mehr darauf warten, dass die Nutzer ihnen sagen, was sie tun sollen. Sie werden es den Nutzern sagen.