EU-Wettbewerbshüter geben weiteren DSL-Warnschuss ab

E-GovernmentManagementRegulierung

Den ehemaligen TK-Staatskonzernen in Europa droht neues Ungemach wegen ihrer bisherigen DSL-Strategie.

Den ehemaligen TK-Staatskonzernen in Europa droht neues Ungemach wegen ihrer bisherigen DSL-Strategie. Die Europäische Kommission hat jetzt auch gegen Wanadoo, Tochter der France Télécom, ein Bußgeld von 10,35 Millionen Euro verhängt – wegen Preisdumpings.
Zwischen März 2001 und Oktober 2002 habe Wanadoo DSL-Dienste unter den eigenen Kosten angeboten und damit Mitbewerber und auf lange Sicht auch die Kunden geschädigt, heißt es zur Begründung. France Télécom machte kein Hehl daraus, dass die Kosten im Gegenzug durch höhere Netzzugangspreise für die Konkurrenz gedeckt werden sollten.

Die Kommission sei aktiv geworden, weil DSL bei der “Entwicklung der Informationsgesellschaft eine Schlüsselfunktion” habe. Nachdem die Deutsche Telekom bereits vor zwei Monaten ein Bußgeld von 12,6 Millionen Euro aufgebrummt bekommen hatte, soll die Kommission jetzt auch gegen die britische BT Group ermitteln, heißt es in Brüssel.

Der deutsche Branchenverband VATM kritisierte in diesem Zusammenhang, die Telekom habe mit DSL ein neues Monopol aufgebaut und beherrsche den Markt zu 94 Prozent. Die geplante Novellierung des Telekommunikationsgesetzes müsse entschiedener gegen Wettbewerbsbehinderungen vorgehen, so der Verband.