Europäische Satellitenbetreiber befingern US-Konkurrenz

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Die großen europäischen Satellitenbetreiber, die ihr Geld vor allem mit Fernsehen und Internet-Anbindung im großen Stil verdienen, wollen ein Stück vom US-Kuchen abbekommen.

Die großen europäischen Satellitenbetreiber, die ihr Geld vor allem mit Fernsehen und Internet-Anbindung im großen Stil verdienen, wollen ein Stück vom US-Kuchen abbekommen und haben die geeignete Situation hierfür klar erkannt. Der mächtige US-Betreiber PanAmSat steht zum Verkauf und Eutelsat, SES und New Skies Satellites stehen mit Geldkoffern bereit.
Der bisherige dominierende Eigner, die News Corporation von Medienmogul Rupert Murdoch, besitzt über die Mehrheitsbeteiligung an dem Unternehmen DirecTV genau 80,5 Prozent von PanAmSat und hat bereits Bedenken gegen einen Verkauf an ausländische Konkurrenten geäußert. Die Verzögerungen und wirtschaftsrechtlichen Komplikationen, ganz zu schweigen von den vermutlichen Einwänden der US-Heimatschützer, würden den Verkauf zu sehr in die Länge ziehen, und genau das wollen die Besitzer vermeiden, meldet das Wall Street Journal. Daher wünschen sie sich eher, dass eine Investmentfirma oder aber ein heimisches Unternehmen die Anteile von DirecTV abnimmt.

Dabei besitzt aber beispielsweise das französische Unternehmen Eutelsat, das eigenen Angaben zufolge einen Großteil ihres Umsatzes mit der deutschen Niederlassung verdient, bereits Anteile in nicht genannter Höhe an dem US-Betreiber und gilt als der finanziell potenteste Konkurrent. Immerhin soll dieser starke Konsolidierungs-Rutsch etwa 4 Milliarden Dollar bewegen. Die luxemburgische SES und die niederländische New Skies haben durchblicken lassen, dass sie sich dagegen eher für Übertragungs-Slots und Kapazitäten, beziehungsweise für einzelne Satelliten aus der Flotte von PanAmSat interessieren.

Mit immerhin 24 teilweise voll ausgelasteten Satelliten und einem marktbestimmenden Anteil an Videoübertragungen in Nordamerika gilt PanAmSat als attraktiver Übernahmekandidat gerade für die Konkurrenz, die sich bislang auf den europäisch-afrikanischen Raum beschränken musste. Ein gewisser Anteil an Regierungsaufträgen aus dem Weißen Haus macht einen Einkauf vom alten Kontinent her eher unwahrscheinlich. Doch Eutelsat-CEO Giuliano Berretta hat bereits auf einer Konferenz in diesem Jahr die Kriegsbemalung aufgelegt und angekündigt, sich diese Gelegenheit endlich in den nordamerikanischen Markt einzudringen, nicht entgehen zu lassen. Hier mag der Schrecken von vor zwei Jahren noch tief sitzen, als PanAmSat Eutelsat schlucken wollte – ebenfalls für vier Milliarden Dollar.