Alcatel lagert seine Handy-Sparte nach China aus

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Der französische Telekomausrüster Alcatel lagert sein Handygeschäft nach China aus.

Der französische Telekomausrüster Alcatel lagert sein Handygeschäft nach China aus. Dafür hat der Konzern ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem chinesischen Elektronikkonzern TCL gegründet. TCL wird 55 Prozent der Anteile am Joint Venture halten, der Rest wird Alcatel gehören. Der Vertrag zwischen den beiden Unternehmen sieht einen endgültigen Ausstieg Alcatels aus dem Handygeschäft  in spätestens fünf Jahren vor.
“Die Auslagerung des Handygeschäfts ist ein weiterer Schritt in unserer Strategie, uns auf Kommunikationslösungen zu konzentrieren”, sagte Alcatel-Vorstand Phillipe Germond. Bereits seit einiger Zeit verfolgt Alcatel konsequent das Ziel, den Konzern zu verschlanken und unprofitable Sparten abzuspalten. Künftig wollen sich die Franzosen auf das Kerngeschäft als Netzausrüster konzentrieren.

Analysten bewerteten die Abspaltung der Handy-Sparte als positiv. Innerhalb des Konzerns sei das Handygeschäft als Randaktivität definiert worden, sagte Roland Pitz, Analyst bei HVB Equity Research. “Die künftige Strategie Alcatels liegt darin, Netzausrüstung für Telefongesellschaften anzubieten. Da bleibt kein Raum für ein angeschlagenes Handygeschäft”, so Pitz. Nach seinen Worten hat Alcatel im vergangenen Jahr mit Handys einen Umsatz von rund 800 Millionen Euro und einen operativen Verlust von etwa 80 Millionen Euro gemacht.

Anders dagegen die Situation für den Joint-Venture-Partner TLC: Der Konzern erhält durch die Kooperation erstmals Zugang zum europäischen Markt. Für den chinesischen Elektronikkonzern ist das Geschäft mit Mobiltelefonen ein strategischer Wachstumsmarkt. “Das ist eine aufregende Partnerschaft, die uns eine Basis schafft, um unser internationales Geschäft schnell zu vergrößern”, begeisterte sich TCL-Mobile-Chef Wan Mingjian.

Der Vertrag beinhaltet eine Option, durch die der langfristige Ausstieg Alcatels aus dem Handygeschäft bereits besiegelt ist. Nach vier Jahren erhält Alcatel das Recht, seinen 45-Prozent-Anteil am Joint Venture in Aktien der Holding TCL Communication einzutauschen. Sollte Alcatel die Option nicht ausüben, darf TCL ein Jahr später den Alcatel-Anteil per Aktientausch zu übernehmen.