Colt bietet VoIP per Flatrate für Geschäftskunden

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Und die neue Plattform ‘Colt IP Voice’ soll sich vor allem durch eines von der Konkurrenz absetzen: durch eine Flatrate.

“Bis zum Jahr 2025 wird die altbekannte, öffentlich geswitchte Telefonie verschwunden sein”, davon ist Wolfgang Essig, Managing Director Colt Deutschland, überzeugt. Und die neue Plattform ‘Colt IP Voice’ werde ihren Teil dazu beitragen. Das sagte er beim Launch des Dienstes in München.

Der europäische Dienst soll sich vor allem durch eines von der Konkurrenz absetzen: durch eine Flatrate. Für 24,50 Euro pro Nutzer und Monat sind Geschäftskunden dabei. Dabei hätten die Kunden nur die Installationskosten zu berücksichtigen, sagt Colts CEO, Jean-Yves Charlier. Vor allem deswegen rechnet er damit, dass von den etwa 50.000 Bestandskunden, die derzeit Colt-Dienste nutzen, binnen 5 Jahren 80 Prozent auf die neue VoIP-Plattform umsteigen werden. Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2005 rechnet er mit einer verstärkten Nachfrage, auch bei Neukunden.

Die Kostensicherheit bestehe bei dem neuen Dienst darin, dass Unternehmen keine private Nebenstellenanlage vor Ort (PBX) mehr kaufen, einrichten und warten müssen. Diese Funktionen sollen komplett gewartet, über das europaweite Colt-Netzwerk und über das lokale Netzwerk (LAN) des Kunden kommen. Alle lokalen, nationalen und internationalen Gespräche innerhalb der Länder werden mit einer monatlichen Flatrate abgerechnet, bei Bedarf zugekaufte Endgeräte und Funktionen kommen zusätzlich auf 20 Euro pro Nutzer und Monat. Der Anbieter spricht von Kostensenkungen von bis zu 20 Prozent im Vergleich zu herkömmlichen Anlagen.

Außerdem könnten die Kunden auf eine Migrationshilfe in verschiedenen Stufen zählen, sagt Charlier. Dies soll besonders für Nicht-Colt-Kunden interessant sein. Flexibilität sei geradezu automatisch gegeben, weil die Kunden ihre Nutzerzahlen Monat für Monat – sofern Bedarf besteht – neu definieren könnten.

Davon profitiert bereits der Kunde Avanta, Anbieter von Büro-Arbeitsplätzen in London. “Unser Geschäft beruht darauf, dass sich die Unternehmen, die bei uns buchen, ständig verändern – diese Veränderungen werden seit einigen Monaten über die Colt-Anlage vermittelt und das spart uns täglich Geld”, sagt Chris Taylor, Director bei Avanta, im Gespräch mit silicon.de. Sogar er als langjähriger VoIP-Nutzer habe dabei keinen Unterschied zur ausgereiften, herkömmlichen Telefonie feststellen können, sagt er. Zwar lässt er durchblicken, dass der finanzielle Unterschied im Vergleich zur vorher eingebauten VoIP-Anlage von der US-Firma Sylantro nicht so immens groß sei. Aber der Service sei wesentlich besser, die Kommunikation verlaufe reibungslos und er habe das Gefühl als Kunde ernst genommen zu werden.

“Für uns steht bei der Telefonie, die unsere tragende Business-Säule ist, die Technik eher im Hintergrund – abgesehen von grundlegenden Fragen wie Security, Qualität und Zuverlässigkeit. Im Vordergrund steht für uns die Servicequalität, weil wir diese auch unseren Kunden weitergeben müssen. Dass wir ihnen jetzt auch Kostenersparnisse weitergeben, ist für die Mieter von ausgestatteten Büroflächen lange nicht so wichtig, wie beispielsweise funktionierende Dienste unsererseits, wenn ein Computeranschluss fehlt, oder die Firma über Nacht auf das Doppelte wächst. Diese Servicequalität bekommen wir jetzt auch von Colt”, führt Taylor aus.

Die Anbindung funktioniert nach Angaben von Colt bereits heute für Telefon-Endgeräte, Softphones, PDAs und Laptop-Internet-Telephonie im Unternehmensnetz. In einem zweiten Schritt, dessen zeitlichen Rahmen der Colt-Chef Charlier noch nicht herausrücken will, ist auch die Einbindung von Mobilfunk geplant. Dann erst wird der Nutzer, wie es in der Beschreibung des Dienstes heißt, seine Nummer tatsächlich überall hin mitnehmen können.