US-Justiz ermittelt angeblich gegen vier große Musik-Labels

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Das US-Justizministerium will angeblich die Preispolitik bei digitaler Musik vier großer Musik-Labels untersuchen. Die Beschuldigten äußern sich dazu bislang nicht.

Das Musikmagazin Billboard berichtet, dass das Ministerium die Labels bereits informiert habe, oder in den kommenden Tagen anschreiben werde. Warner Music, Sony BMG und die Universal Music Group wollten zu den Berichten nicht Stellung nehmen. Von EMI heißt es, es liege noch kein Schreiben des Justizministeriums vor.

Damit folgt das Ministerium offenbar der Untersuchung des New Yorker Staatsanwaltes Elliot Spitzer, der gegen die Preise bei digitaler Musik der Musik-Labels vorgeht. Billboard zitiert nun zwei anonyme Quellen aus dem Dunstkreis der Verlage: “Das DoJ hat die Labels angerufen, dass es eine Untersuchung geben wird”, eine andere ergänzte, dass es sich um die Preise bei digitaler Musik handelt. “Am besten könnte man sagen, dass es mit der Spitzer-Sache identisch ist”, so die Quelle. 

Gerüchten zufolge untersucht Spitzer die Verträge der Labels mit Musik-Portalen und anderen Verteilern. Eine Passage sorge angeblich dafür, dass alle Labels die gleichen Bedingungen zugesprochen bekommen, ein Wettbewerb unter den Verlagen ist somit also ausgeschlossen. Der Vorwurf von Preisabsprachen und Kartellbildung steht unausgesprochen im Raum. Es wird berichtet, die Labels könnten in einigen Fällen auch die Verträge der Musikhändler mit anderen Anbietern prüfen, um sicherzustellen, dass kein Verlag übervorteilt werde. In der Industrie wird nun laut Billboard vermutet, dass sich die Untersuchung gegen diese angebliche Praxis wendet.

Spitzer untersuche seit Ende Januar diesen Fall. Eine ähnlich gelagerte zweijährige Ermittlung gegen Preisabsprachen bei digitaler Musik im Jahre 2001 blieb ohne Ergebnisse.