IT der AOK droht Millionenverlust

E-GovernmentManagementRegulierung

Den Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) droht ein Millionenverlust, wenn der von der Regierung geplante Gesundheitsfonds eingeführt wird.

Das sagte Herbert Reichelt, EDV-Bevollmächtigter beim AOK-Bundesvorstand, dem Handelsblatt. Berlin plant, die Kassenbeiträge ab dem Jahr 2008 über den Fonds einziehen zu lassen. Damit würden laut Reichelt bei der AOK jedoch Teile einer Software überflüssig, in die die Kasse seit fünf Jahren Millionenbeträge investiert hat.

Starte der Fonds wie geplant, könnte die AOK zwar bestimmte Software-Module weiter nutzen, etwa für das Kunden- und Leistungsmanagement – nicht jedoch die Bausteine für den Beitragseinzug. Für deren Entwicklung habe die Kasse jedoch 200 Millionen Euro ausgegeben, so Reichelt. Und für Schulungen habe man noch einmal 50 Millionen Euro investiert.

Die AOK habe im Jahr 2001 damit begonnen, die gesamte IT umzustellen. Bis zum Jahr 2011 sollten SAP-Lösungen das hauseigene System ersetzen. Das Projekt habe ein Volumen von 700 Millionen Euro, 400 Experten seien damit beschäftigt.

Die Einführung des Gesundheitsfonds könnte auch die seit langem angestrebte Vereinheitlichung der EDV-Systeme der Kassen gefährden, so der IT-Manager. “Das wird dann sicher länger dauern.” Der Fonds könnte auch nicht die Software der AOK übernehmen. Dafür wären “erhebliche Anpassungen und Weiterentwicklungen” erforderlich, sagte Reichelt.