Projekte steuern ohne Ballast

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Keine eigene Infrastruktur, keine Client-Lizenzen, keine ‘Fremden’ im Firmennetz: Software als Service macht für viele bei Projektmanagement Sinn.

Salesforce.com hat die Logik am eindrucksvollsten demonstriert: Es gibt Anwendungen, die sich in Form einer Dienstleistung eher rechnen als deren Betrieb in der eigenen IT-Infrastruktur. Weil die Anwendung selbst zu groß, zu teuer, zu aufwändig ist, oder weil sie schlicht und einfach nur in begrenztem Umfang oder gelegentlich genutzt wird.

Unter den vielen Gattungen von Collaboration Tools ist Software fürs Projektmanagement wahrscheinlich diejenige, deren Funktionalität als punktuell genutzte Dienstleistung am meisten Sinn macht. Nicht nur, weil sie wegen ihrer Pflegebedürftigkeit auf der Server- und auf der Client-Seite für viele Administratoren ein rotes Tuch ist. Die Alternative ist einfach zu verlockend: Keine eigene Infrastruktur, keine Client-Lizenzen (die oft nur zur Befriedigung der Eitelkeit so manchen Abteilungsleiters installiert und nie richtig genutzt werden), keine ‘Fremden’ im eigenen Firmennetz, wenn man mal externe Dienstleister in ein Projekt einbinden muss.

Dazu kommen Vorteile wie nutzungsorientierte Bezahlung, Browser-gestützte Bedienung, einfache Einbindung externer Partner, projektorientierte und flexible Rechtevergabe, keine Karteileichen im eigenen Identity Management System nach Beendigung eines Projekts. Und der Preis? Im Vergleich zu den Kopfschmerzen, die eine eigene Installation dem IT-Leiter bereiten könnte, in der Regel durchaus attraktiv.

Blühende Nische

So ist es denn auch kein Wunder, dass diese Art der Dienstleistung seit Jahren gedeiht, wenn auch in aller Stille. Es sind meist kleinere Spezialdienste, die diesen Bereich bisher geprägt haben. Sie haben nicht die Ressourcen für breit angelegte Marketingkampagnen, um ihre Botschaft einer breiteren Anwenderschaft zu kommunizieren. “Sie leben immer noch von Kunden, die die Möglichkeiten ihrer Dienste nach und nach entdecken”, erklärt Chris Harris-Jones, Principal Analyst beim britischen Marktforscher Ovum.

Sie profitieren allerdings stark von den Anstrengungen der Großen wie IBM, Microsoft, Novell oder Oracle, die Vorteile ihrer eigenen Collaboration-Suiten wie Domino/Notes, Exchange/Sharepoint oder Groupwise publik zu machen. Anwender, die sich mit ihnen intensiv auseinandersetzen, bekommen sehr bald einen Eindruck über die Komplexität dieser Produkte. Sind sie nur an einzelnen Modulen wie Projektmanagement interessiert, stoßen sie zwangsläufig irgendwann auf die Variante ‘ASP-Lösung’ (Appilcation Service Providing).

“Sie können dadurch Features nutzen, die mit einer eigenen Infrastruktur sehr aufwändig wären”, sagt Mathias Malmgren, Deutschland-Chef des schwedischen Dienstleisters Projectplace. Laut Malmgren gehört Dokumentenmanagement zu den am meisten geschätzten Funktionen, inklusive der transparenten Verfolgung von Änderungen. ‘Real-Time Collaboration’ über Instant Manager sowie ‘Desktop Sharing’ für gemeinsamen Zugriff auf Dokumente sind ebenfalls gefragt.