Angeklagter Samsung-Chef tritt zurück

E-GovernmentEnterpriseManagementRegulierung

Der Samsung-Chef war wegen Steuerhinterziehung angeklagt worden. Am Dienstag dieser Woche gab Lee Kun Hee in einer Erklärung im staatlichen Fernsehen seinen Rücktritt bekannt.

Gleichzeitig entschuldigte sich der 66-jährige Manager für den Skandal, der auch zur Anklage von neuen weiteren Samsung-Managern geführt hatte. Die Anklage wurde letzte Woche gegen ihn erhoben. Zusammen mit Lee Kun Hees Rücktritt werden auch andere ranghohe Mitarbeiter von Samsung ihren Hut nehmen. So wird unter anderem das strategische Planungsbüro des Unternehmens aufgelöst und auch Lees Sohn Lee Jae-yong gibt seine bisherige Position in der Firmenleitung auf.

Die Familie Lee werde aber auch nach dem Rücktritt weiterhin die Fäden des Samsung-Konzerns mit ihren 60 Tochterfirmen in der Hand halten, so die Vermutung einiger Analysten. Lee hatte Samsung innerhalb seiner 20-jährigen Karriere als Unternehmenschef zum Weltkonzern gemacht.

Der Auslöser für die Ermittlungen gegen den Samsung-Chef waren die Vorwürfe eines Ex-Chefs der Samsung-Rechtsabteilung, denen zufolge Manager Geld versteckt und eine Schmiergeldkasse unterhalten haben sollen. Bei einer Verurteilung drohen dem Ex-Chef fünf Jahre Gefängnis. Experten vermuten jedoch, dass Lee einer Haftstrafe entgeht, weil sich Südkoreas Richter in ähnlichen Fällen unter Verweis auf einen möglichen Schaden für die Wirtschaft oft eher nachsichtig mit angeklagten Managern gezeigt hätten. Lee war schon 1996 zu einer zweijährigen Haftstrafe wegen Bestechung verurteilt worden, musste aber auch deshalb nie ins Gefängnis.