szmtag
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE
ANZEIGE

Bundesinnenminister Joachim Friedrich ist mit der Netzgemeinde hart ins Gericht gegangen. Gegenüber dem Handelsblatt warf er der Community “Wildwest-Methoden” vor. Auch im Internet gelten die “Grundprinzipien von Demokratie und Anstand”. Hintergrund sind die umstrittenen Äußerungen des CDU-Abgeordneten Ansgar Heveling.

Dieser hatte Ende Januar – ebenfalls im Handelsblatt – einen Gastkommentar veröffentlicht. Titel: “Netzgemeinde, ihr werdet den Kampf verlieren”. Darin hatte er die SOPA-Protestbewegung mit harschen Worten angegriffen. Unter anderem hatte er die Gegner der Internetsperrgesetze SOPA und PIPA als “digitale Maoisten” bezeichnet, die bei Twitter ihre “zweite Pubertät” auslebten.

Die Folge war ein Sturm der Entrüstung im Internet. In sozialen Netzwerken hagelte er regelrecht kritische und spöttische Bemerkungen. Zeitweise hatten Hacker seine Internetseite gekapert und das Webportal des 39-jährigen Juristen mit satirischen Beiträgen bestückt. Heveling ließ sich davon nicht beeindrucken: Er würde den Gastbeitrag “wieder genau so schreiben und veröffentlichen”.

Schützenhilfe bekommt er jetzt von Innenminister Hans-Peter Friedrich: “Herr Heveling hatte eine andere Meinung und die Internetaktivisten legen seine Homepage lahm. Das verstehe ich nicht unter Demokratie”, so der CSU-Politiker gegenüber dem Handelsblatt. “Wir kennen Spielregeln im Straßenverkehr oder aus dem Strafrecht.” Darüber dürfe sich die Internetgemeinde nicht hinwegsetzen.

Allerdings gibt es innerhalb der Union unterschiedliche Meinungen zu Hevelings Artikel. So hatte die stellvertretende CSU-Generalsekretärin und Vorsitzende des CSU-Netzrats Dorothee Bär Heveling sogar den Rückzug aus der Politik nahegelegt. “Wer nur auf schnelle Nachrichten und Effekthascherei aus ist, der hat als Volksvertreter seinen Beruf verfehlt”, schreibt sie in einem eigenen Gastkommentar.

Fotogalerie: SOPA/PIPA - Proteste offline und online


» Klicken Sie auf eines der Bilder, um die Fotogalerie zu starten

Mehr zum Thema

Neuester Kommentar




3 Kommentare zu Innenminister Friedrich pöbelt gegen Netzgemeinde

  • 8.2.2012 um 08:38 von Leser

    Die Überschrift "pöbeln" wird im Text nicht belegt
    Das was da von Herrn Friedrich zitiert wird hat nichts mit pöbeln zu tun!
    Es ist mir völlig unverständlich, wie man hier von pöbeln schreiben kann.

  • 10.2.2012 um 09:28 von Anstand

    Meinung ist nicht pöbeln
    Die Überschrift ist ein Reißer á la Bildzeitung.
    Wer Meinungsfreiheit für sich in Anspruch nimmt, wie die "Netzgemeinde", muß auch die Meinung Anderer gelten lassen.
    Die Reaktion durch Angriffe auf eine Internetseite zeigt Unreife, fehlende Toleranz und offenbar fehlende Argumente.
    Oder können sich die Angreifer nicht mehr sprachlich ausdrücken?

  • 10.2.2012 um 14:33 von yofe

    Berechtigte Kritik, aber…
    "Pöbeln" ist hier wirklich nicht angebracht.
    @Anstand:
    …vielleicht kann man die Reaktion einiger Vertreter der Netzgemeinde mal in einem anderen Licht betrachten:
    Es ist doch ein Riesenunterschied, ob ich als Bürger eine Meinung habe, oder als ein Parlamentarier, der ja über Gesetze direkt entscheidet, an die wir alle uns dann zu halten haben. Die Diktion ließ auch nicht unbedingt Gesprächsbereitschaft erkennen, Einsicht in die Tragweite einer solchen Thematik schon gar nicht.
    Insofern kann man die Vorgänge auch als Ausdruck einer gewissen Hilf- oder Machtlosigkeit verstehen. Und – wenn man dann noch einmal darüber nachdenkt, wessen Interessen denn von diesem Abgeordneten durch diese Haltung (natürlich ungewollt…) vertreten werden, dann fühlt man sich selber vielleicht auch als ein Tel dieser Netzgemeinde, wer weiß!

Einen Kommentar hinterlassen

  • Erforderliche Felder sind markiert *,
    Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Sie können folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <strike> <strong>

Anzeige
ANZEIGE