SAP startet mit NetWeaver Cloud

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SAP stellt auf der Entwicklerkonferenz Teched in Las Vegas mit der Implementierungsplattform HANA One, Netweaver Cloud neue Infrastruktur-Services vor. Die Integration von Anwendungen und Datenbanken steht hier ganz klar im Vordergrund. Neu ist auch eine und einer Analyse App für Planung und Konsolidierung.

Wie bereits erwartet hat SAP auf der Entwicklerkonferenz TechEd in Las Vegas Netweaver Cloud vorgestellt. Über diesen Java-basierten Service lassen sich Anwendungen oder Erweiterungen zu existierenden Anwendungen schreiben.

Besonders für SAP-On-Premises-Anwendungen aber auch für Java-basierte Frameworks von Drittherstellern wie Spring bietet der Dienst Netweaver Cloud bereits eine native Integration von Technologien wie Identity Management oder auch ein Single Sign-on, wie aus den Release Notes hervorgeht.

Über das ab sofort verfügbare NetWeaver Cloud lassen sich laut SAP unter anderem mobilfähige Web- und Portalanwendungen für Kunden, Partner und eigene Mitarbeiter erstellen. “Über das SAP-NetWeaver-Cloud-Portal können Fachbereiche mit minimaler Unterstützung durch die IT-Abteilung ansprechende externe oder interne Webseiten aufbauen und strukturierte, unstrukturierte sowie Social-Media-Inhalte zusammenführen”, so SAP in einer Mitteilung. SAP hebt zudem die 90-Tage-Begrenzung auf und bietet nun kostenlose und unbegrenzten Entwicklerlizenzen für SAP Netweaver Cloud.

Netweaver Cloud ist zusammen mit HANA One das erste Produkt, das SAP auf dem ebenfalls neu vorgestellten Service Hana Cloud aufsetzt.

Allerdings besteht bei HANA Cloud noch kein kommerzielles Angebot. Jedoch will SAP die HANA AppServices und die HANA DBServices einführen. Die HANA AppServices richten sich an Entwickler und werden eine Auswahl an Shared Services umfassen, die umfangreichen Support für Portale, Integration, Mobile, Analyse, Zusammenarbeit und kommerzielle Dienstleistungen bieten.

Das erste Produkt, das auf den HANA DBServices aufsetzt ist HANA One. So lässt sich jetzt zertifiziert die In-Memory-Technologie auch über Amazon Web Services nutzen. So kann innerhalb von Minuten mit kleineren Datensätzen für 0,99 Dollar pro Stunde eine produktive HANA-Datenbank aufgesetzt werden. Damit richtet sich SAP vor allem an Einstiegsprojekte.

SAP-CTO und Vorstand Vishal Sikka kommentiert: “Mit SAP HANA Cloud können Entwickler leistungsstarke Cloud-Anwendungen mit eingebauten Analysefunktionen und der massiven Schnelligkeit von SAP HANA entwickeln.” Gemeinsam mit NetWeaver Cloud seien so schneller und direkter mobiler Zugriff sowie tiefgreifende Analysefunktionen mit nutzerfreundlicher Oberfläche möglich.

“Wir glauben an eine RAM-optimierte Zukunft der Cloud”, fasst Sikka SAPs künftige Cloud-Strategie zusammen. Künftig, so Sikka gegenüber Journalisten in Las Vegas, werde es auch für Unternehmen möglich sein, den HANA-Cloud-Stack auch als Private-Cloud innerhalb der Firewall eines Unternehmens zu betreiben.

Sikka erklärte, dass SAP inzwischen mehr als 600 Kunden für diese Datenbanktechnologie aufweisen könne und dass einige dieser Anwender sehr große Unternehmen sind. Derzeit experimentier das Unternehmen an einem In-Memory-Cluster mit 100 Knoten und 100 TB Speicher. Das System sei in der Lage 1 Petabyte unkomprimierte Rohdaten zu verwalten. Solche Datenmengen würden zum Beispiel in einem Unternehmen anfallen, dass zehn Jahre lang 328 Transaktionen durchführt. In diesem System habe SAP für Verkaufs- oder Vertriebsabfragen Antwortzeiten von 0,43 bis 0,5 Sekunden erzielen können. 1,2 bis 3,1 Sekunden brauche das System für komplexere Jahr-für-Jahr-Trenddatenabfragen über verschiedene Zeiträume.

Des weiteren stellte SAP Neue Applikationsservices und Erweiterungen für SAP HANA Studio vor. Diese sollen Applikationsserver-Funktionen in Form von Services zur Verfügung stellen. Themen wie Anwendung und Datenverarbeitung innerhalb einer In-Memory-Plattform sollen dadurch vereinfacht werden, dass verschiedene Anwendungsschichten reduziert werden, in dem Applikationsserver- und Echtzeit-Datenserver kombiniert werden. Daneben erweitert SAP HANA Studio mit einer integrierten Entwicklungsumgebung und mit einem Werkzeug für SQLScript für Datenverarbeitung, JavaScript für die Verknüpfungssteuerung sowie HTML5 für die Darstellung der Nutzeroberfläche. Zudem hat SAP die Modellierungs- und Debuggingmöglichkeiten sowie den Support verbessert. Geplant sind ein Repository Browser, Funktionen für den Projekt-Explorer sowie ein Quellcode-Repository.

Mit SAP HANA Academy bietet SAP eine kostenlose Online-Ressource, in der in Lehrvideos, Trainingseinheiten und Webinaren der Umgang mit der Plattform von SAP HANA dargelegt wird. Die technischen Inhalte steuern SAP und das Ecosystem bei.

Auf der Anwendungsseite hat SAP eine App für den mobilen Zugriff auf die Lösung SAP Business Planning and Consolidation 10.0 vorgestellt. Damit ist jederzeit der Zugriff auf geschäftskritische Informationen sowie Finanzplanungs- und Analyse-Daten möglich. Anwender könne so Budgets verwalten, Prognosen erstellen oder die Finanzplanung durchführen. Die App basiert auf der Lösung SAP Enterprise Performance Management (EPM) Unwired. Die SAP-EPM-Suite unterstützt Anwender mit einem mobilen Frontend auf verschiedenen mobilen Plattformen.

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