Spanien künftig ohne Google News

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Ein neues Gesetz macht das Aggregieren von Nachrichten kostenpflichtig. Google schließt daher den spanischen Ableger von Google News.

Google Noticias, die spanische Version von Google News geht bereits Mitte September vom Netz. Grund ist eine neues Gesetz, das Gebühren für News-Aggregatoren vorschreibt.
Google Noticias, die spanische Version von Google News geht bereits Mitte September vom Netz. Grund ist eine neues Gesetz, das Gebühren für News-Aggregatoren vorschreibt.

Google Noticias, die spanische Version von Google News, hat der Anbieter jetzt aufgekündigt. Google zieht damit die Konsequenzen aus einem neuen Gesetzt Es reagiert damit auf ein Gesetz, das Aggregationsdienste wie eben Google News zur Zahlung von Gebühren verpflichtet, wenn dafür die Inhalte lokaler Verlage genutzt werden. Das neue Gesetz tritt im Januar in Kraft. Bereits ab dem 16. Dezember werde Google Noticias vom Netz gehen.

Diesem Schritt ging ein langfristiger Streit zwischen Google und europäischen Verlagen Voraus. Auch das deutsche Leistungsschutzrecht hängt damit zusammen. Spaniens sogenannte “Google-Steuer” wurde im Oktober verabschiedet. Aggregationsdienste, die Links zu und Ausschnitte aus Inhalten nutzen, müssen dafür eine Gebühr an einen Verband der spanischen Tageszeitungen überweisen. Im Fall von Zuwiderhandlungen drohen bis zu 600.000 Euro Geldstrafe.

Ein Sprecher erklärte, Google sei “unglaublich traurig”, die Maßnahme aber unvermeidbar, da Google News ein kostenloser Dienst sei. “Trotz dieser Umstellungen werden wir weiter mit spanischen Verlagen zusammenarbeiten, um ihnen zu helfen, ihre Leserschaft und ihren Umsatz auszubauen.”

“Dieses neue Gesetz verpflichtet jede spanische Publikation, von Diensten wie Google News Gebühren auch für kleinste Auszüge aus Veröffentlichungen zu erheben, ob sie wollen oder nicht”, erklärte auch der für News zuständige Google-Manager Robert Gingras. “Da Google News selbst kein Geld verdient (wir zeigen auf dieser Seite keine Werbung), ist dieser neue Ansatz einfach nicht tragfähig.”

Damit ist auch der Unterschied zum deutschen Leistungsschutzrecht angesprochen, das es den Verlagen freistellt, ob sie Googles kostenlosen Zugriff auf Überschriften beschränken wollen. Kleinverlage wie NetMediaEurope (Herausgeber von ZDNet.de, silicon.de, ITespresso.de und CNET.de) gehen häufig diesen Weg nicht. Der Axel-Springer-Verlag hatte zwei Wochen lang damit experimentiert. Nach massiven Einbrüchen bei den Zugriffen hatte Axel-Springer Google ebenfalls eine Gratislizenz erteilte,.

In Belgien hingegen legte Google einen jahrelangen Streit mit Zeitungsverlagen 2012 bei. Nachdem es 2011 auf eine gerichtliche Anordnung hin Links zu den Zeitungen entfernen musste, fanden sich die Parteien im Folgejahr zu einer Kooperation bereit, in deren Rahmen umsatzsteigernde Maßnahmen für die Verlage realisiert wurden, darunter Abonnementmodelle und Paywalls.

Auch mit französischen Zeitungsverlegern, die ähnlich wie auch deutsche Verleger für die Auflistung ihrer Artikel in Googles Suchdiensten bezahlt werden wollten, konnte Google eine Einigung erzielen.

Der Suchkonzern brachte 60 Millionen Dollar in einen Technologiefonds ein, der umgestaltende Innovationen im Digital Publishing fördern soll. Außerdem sagte Google zu, den Verlegern zu steigenden Online-Werbeeinnahmen durch Nutzung seiner Dienste AdSense, AdMob und AdExchange zu verhelfen. Die Verleger verzichten dafür auf die von ihnen geforderte “Link-Steuer”. Google erklärte zu diesem Vergleich jedoch, er bleibe auf Frankreich beschränkt – es plane nicht, außerhalb Frankreichs einen ähnlichen Fonds zu schaffen.

[mit Material von Florian Kalenda, ZDNet.de]

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