Schreiben wie Einstein

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Der deutsche Designer Harald Geisler entwickelt eine Schriftart basierend auf der Handschrift von Albert Einstein. Auf Kickstarter sucht er dafür Unterstützer. 2013 veröffentlichte er bereits die Handschrift von Sigmund Freud.

2015 feiert die Allgemeine Relativitätstheorie ihren 100. Geburtstag. Was liegt da also ferner, als den Schöpfer – Albert Einstein – mit einer eigenen Schriftart zu ehren. Genau das macht der deutsche Typograph Harald Geisler gemeinsam mit der Physikerin Elizabeth Waterhouse.

Auf der Crowdfunding-Website Kickstarter wollen sie für die Vollendung ihres Projektes 15.000 Dollar bis zum 13. Juni 2015 sammeln. Mit der Fertigstellung rechnet der Typograph im Dezember 2015. Unterstützer erhalten für 15 Dollar die Schriftart zum Vorzugspreis. Für 30 Dollar gibt es zusätzlich die Handschrift von Sigmund Freud.

Diese hatten Geisler und Waterhouse bereits 2013 entwickelt und über Kickstarter finanziert. Damals sammelten sie über 25.000 Dollar und erhielten Unterstützung des Sigmund-Freud-Museum in Wien und des Freud-Museum in London.

Handschrift von Albert Einstein. (Bild: Harald Geisler)
Der Typograph Harald Geisler entwickelt eine Schriftart auf Basis von Albert Einsteins Handschrift. (Bild: Harald Geisler)

Die Handschrift des österreichischen Psychoanalytikers war eigentlich nur zur Überbrückung gedacht. Denn für die Schrift von Albert Einstein mussten die beiden zunächst die Erlaubnis respektive Lizenz der Hebräischen Universität Jerusalem einholen. Diese erhielten sie im vergangen Jahr.

Bereits zuvor hat Geisler sechs Monate lang handschriftliche Dokumente von Einstein im Albert-Einstein-Archiv in Jerusalem studiert. Anschließend entwickelte er einen ersten funktionsfähigen Prototyp der Schriftart. Dafür verwendete er einen digitalen Stift und zeichnete die Buchstaben einzeln nach. Zusätzlich kreierte er Zahlen, Satzzeichen und sogar mathematische Symbole in Einsteins Handschrift.

Dabei war auch von Vorteil, dass Einsteins einen schönen Schreibfluss hatte. Astrophysiker Phil Marshal am Kavli-Institut für Astroteilchenphysik und Kosmologie an der Universität Stanford bezeichnete dies als keine Überraschung, “Einsteins Gleichungen waren wunderschön, somit ergibt es Sinn, dass ihre Präsentation ebenfalls schön sein sollte.”

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