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Amazon Web Services bietet sekundengenaue Abrechnung

Amazon Web Services bietet ab dem 2. Oktober für EC2-Linux-Instanzen und EBS-Volumes auch eine Abrechnung im Sekundentakt an. Damit will Amazon die eigenen Dienste für Anwender noch attraktiver machen und weitere Anwendungen erleichtern. Vor allem Services, die nur sehr kurzfristig aktiv sind, sollen davon profitieren können. Allerdings berechnet Amazon bei jedem Start zunächst eine volle Minute.

[caption id="attachment_41659027" align="aligncenter" width="684"]Die sekundengenaue Abrechnung erfolgt auf AWS über drei Dezimalstellen bei den Stunden. Amazon Web Services rechnet jedoch stets die erste Minute voll ab. (Bild: AWS) [1] Die sekundengenaue Abrechnung erfolgt auf AWS über drei Dezimalstellen bei den Stunden. Amazon Web Services rechnet jedoch stets die erste Minute voll ab. (Bild: AWS)[/caption]

Die Elastic-Compute-Cloud-Instanzen (EC2) rechnet Amazon sekündlich ab, wenn sie On-Demand, Reserved oder in Spot-Form gestartet wurden. Gleiches gilt für Speicherplatz, der für Elastic Block Store (EBS) vorgehalten wird.

Auch Amazon EMR und AWS Batch fallen unter die neue Regelung. “Viele Batch-Jobs, die unseren Kunden ausführen, sind in weniger als einer Stunde abgeschlossen”, sagte Jeff Barr, Chief Evangelist bei Amazon Web Services. “Mit der sekundengenauen Abrechnung wird die Batch-Verarbeitung noch wirtschaftlicher.”

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Die kürzeren Abrechnungsintervalle sollen aber nicht nur Kosten sparen, sondern auch die Verwaltung von Cloud-Instanzen vereinfachen. Barr zufolge haben einige EC2-Kunden beispielsweise spezielle Systeme entwickelt, um gebuchte Instanzen möglichst effektiv auszulasten. Durch die Abrechnung im Sekundentakt seien solche zusätzlichen Management-Instanzen nicht mehr erforderlich.

“Einer der vielen Vorteile des Cloud Computing ist die flexible Art der Beschaffung von Ressourcen bei Bedarf. Durch die Abrechnung pro Sekunde versetzen wir Kunden in die Lage, ihre Flexibilität zu steigern, Geld zu sparen und die laufenden Fortschritte im Bereich Computing zu nutzen”, ergänzte der Manager.

Das neue Preismodell ist in allen Regionen gültig, und zwar für Linux-Instanzen die neu gestartet werden oder bereits laufen. Doch gibt es auch weiterhin einige Einschränkungen: Sekundengenaue Abrechnung ist nicht für Microsoft-Windows-Instanzen erhältlich. Ausgenommen sind zudem Linux-Distributionen, für die eine separate Abrechnung nach Stunden vereinbart wurde.

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Amazon weist auch darauf hin, dass die Listen- sowie Spot-Market-Preise weiterhin auf Stundenbasis kalkuliert und angezeigt werden, allerdings die Abrechnung sekundengenau erfolgt. In der Rechnung werden die verbrauchten Stunden mit drei Dezimalstellen angezeigt.

Derzeit rechnet Amazon seine Cloud-Dienste auf Stundenbasis ab. Das gilt weiterhin für regionale Gebühren, EBS Snapshots und Produkte im AWS Marketplace. Konkurrenten wie Google und Microsoft rechnen minutengenau ab. Ob sie wie bei anderen Preisänderungen Amazons Beispiel folgen und auf eine sekundengenaue Abrechnung umstellen werden, bleibt abzuwarten.

[mit Material von Stephan Beiersmann, ZDNet.de [2]]

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