Maurizio Canton

ist CTO EMEA bei TIBCO Software.

ForschungInnovation

Fast Data und die Erwartungen der Anwender

Fast Data und andere neue komplexe Themen der Unternehmens-IT will Maurizio Canton, CTO EMEA bei TIBCO, mit der Einfachheit einer App begegnen. Das gilt auch für Bereiche wie Master-Data-Management oder Analytics.

In den vergangenen Jahren sind die Aufgaben und die Komplexität der Informationstechnologie sehr schnell gewachsen. Gleichzeitig wurde der Zugang zu Technologien und Daten wesentlich erleichtert: bedingt durch immer mehr smarte Geräte und eine höhere Mobilität.

In den Unternehmen löst Big Data die Vorherrschaft relationaler Datenbanken ab. Cloud Computing bietet eine nie dagewesene Verfügbarkeit und sorgt für Veränderungen, die die IT adressieren muss. Es kann kein Zweifel bestehen, dass uns noch weitere, umfassende Veränderungen bevorstehen. Und es ist kein Ende in Sicht. Die Komplexität wird weiter zunehmen. Nur ein “App”-Ansatz kann Unternehmen in die Lage versetzen, mit dieser Komplexität der Unternehmens-IT klar zu kommen.

Auch die Erwartungen der Anwender haben sich auf subtile Weise verändert. Dies gilt insbesondere für die Geschäftswelt. Mitarbeiter akzeptieren nicht länger, dass sich ihr Zugriff auf Unternehmensdaten auf isolierte Silos mit hoch-strukturierten Daten beschränkt. Sie erwarten eine höhere Flexibilität und ein hohes Maß an Integration. Sie fordern Benutzerfreundlichkeit und einen selbst bestimmten Zugang zur IT.

Dafür gibt’s eine App

In vielerlei Hinsicht ist diese Haltungsänderung verständlich. Computer üben nicht mehr die Faszination aus wie früher. Jüngere Anwender nutzen im Job und in der Freizeit selbstverständlich die unterschiedlichsten Technologien. Mehr noch, wir sind es inzwischen gewohnt, dass uns sehr komplexe Technologien und Unmengen an Information direkt zur Verfügung stehen – präsentiert in einem leicht “verdaulichen” Format als “Konsumenten-App” oder als Anwendung.

Wir alle haben schon mal gedacht: Dafür gibt es bestimmt eine App. Dies trifft inzwischen für die meisten Lebensbereiche zu, vor allem im Kontext Cloud-basierten Services. Public Services wie von Dropbox, Google und Facebook haben es vorgemacht, die Unternehmen-IT ziehen nach. Dabei waren früher vor allem die Kosten und Geschäftschancen die bestimmenden Faktoren für die Weiterentwicklung der IT, heute sind es die Anwender.

Inzwischen sind alle nur erdenklichen Applikationen als Services in der Cloud verfügbar: von grundlegenden Lösungen wie ERP-, CRM- und Personal-Systemen bis hin zu Business-Intelligence (BI)- und Big-Data-Analytics-Anwendungen. Es ist sogar möglich, dass die Integration selbst als Service angeboten wird. Auch Nicht-Spezialisten können heute solche hoch skalierbaren und komplexen Services nutzen. Dies geschieht in Form von Plug-ins, die die erforderliche Funktionalität auf einer Host-Plattform zur Verfügung stellen, und mit Hilfe sofort verfügbarer Apps, die auf allen beliebigen Geräten laufen.

Das Schicksal von Unternehmenssoftware wird daher nicht mehr allein von der IT-Abteilung bestimmt. Plattformen für Integration-as-a-Service müssen beides bieten, Integrationsservices für IT-Abteilungen und Integration-as-a-Service für alle Anwender.

Was erwarten die Nutzer?

IT Services, zum Beispiel für das Master Data Management, für Analytics, für die Integration von IT- und Nicht-IT-Anwendern, für die Datenbereinigung, für das API-Management und für das Echtzeit-Marketing, bereitgestellt in der Cloud und als einfach zu bedienende App, erfüllen die veränderten Anforderungen und Erwartungen der Nutzer.

Davon profitieren nicht nur die Nutzer selbst, sondern auch die Unternehmen, in denen sie arbeiten. Anstatt zeitaufwändig und teuer Applikationen zu entwickeln, die auf fragwürdigen Annahmen über die Erwartungen der Anwender beruhen, sollte man direkt in die Entwicklung von Schnittstellen investieren, die es dem Anwender erlauben, selbst ihre Entscheidungen zu treffen.

Durch die Nutzung von APIs für Public- und Private-Cloud-Services wird auch die Integration einfacher. Die darunterliegende Komplexität der unterstützenden Infrastruktur bleibt unsichtbar und die Anwender werden in die Lage versetzt, IT-Ressourcen für innovative, produktive und flexible neue Wege zu nutzen, die von den Entwicklern gar nicht vorhersehbar waren.

Das Ergebnis: eine Win-Win-Situation für Anwender und Unternehmen gleichermaßen. Die enorme Skalierbarkeit und Rechnerleistung der Cloud sollte genutzt werden, um die Anwendungen bereit zu stellen, die jeder Geschäftsanwender gerne nutzt und mit denen er sein Unternehmen voranbringt.