Materna-Chef fordert die Industrie bei Fachkräftefragen

Management

Der Gründer des IT-Traditionsunternehmens Materna, Winfried Materna, will die Verantwortung für den Fachkräfte-Exodus aus Deutschland nicht allein beim Staat suchen.

Zwar gibt er in einer Stellungnahme an, dass die Standortbedingungen für IT-Fachkräfte in Deutschland “besser sein” könnten. Jedoch lohne es nicht, darauf zu warten, bis der Staat Bürokratie abbaue oder für mehr IT-relevante Bildung sorge.

“Stattdessen müssen Unternehmen sich der Herausforderung stellen und selbst einen Weg durch den Dschungel aus zu viel Bürokratie und nicht ausreichend qualifizierten Mitarbeitern suchen”, so Materna. Zumindest zur Qualifikation von Mitarbeitern könnten die Unternehmen maßgeblich beitragen. Seine Firma gehe dabei den Weg, durch Trainee-Programme und studienbegleitende Ausbildungen, Bewerbertage und Kooperationen mit Fachhochschulen und Universitäten, Forschungsprojekte mit Hochschullehrern und Studenten sowie durch die interne Weiterbildung von Personal selbst aktiv zu werden und Mitarbeiter frühzeitig zu interessieren.

“Die frühe Bindung von Abiturienten oder Hochschulabgängern an das Unternehmen müsse da einsetzen, wo der Staat fehlt. Auf diese Weise formen Unternehmen ihre Mitarbeiter entsprechend den aktuellen Anforderungen und werden gleichzeitig als attraktive und engagierte Arbeitgeber wahrgenommen. Eine überdurchschnittlich lange Verweildauer unserer Mitarbeiter zeigt, dass wir den richtigen Weg eingeschlagen haben”, so Materna.

“Der Erfolg gibt uns Recht: 100 Prozent der Teilnehmer an unseren Trainee-Programmen entscheiden sich für eine weitere Laufbahn in unserem Unternehmen. Mit 35 Auszubildenden sind wir in Dortmund Ausbilder Nummer zwei im IT-Bereich. Mehr Lehrstellen bietet nur die Telekom. Und unsere Erfahrung zeigt, dass etwa 80 Prozent der Mitarbeiter, die direkt nach dem Abitur eine Ausbildung antreten oder zu Studienzeiten zu uns kommen, langfristig beim Unternehmen bleiben und zudem oft unsere wertvollsten Ressourcen darstellen.”