SCO sackt ab

Management

Je länger der Streit zwischen SCO und IBM dauert, desto schlechter werden die Karten des Klägers.

So musste das Unternehmen, das gegen IBM vor Gericht gezogen ist, zwei herbe Schläge einstecken. Den ersten bekam SCO im Gerichtssaal vom Bezirksrichter Dale Kimball, der ein vorangegangenes Urteil in vollem Umfang bestätigte. Im Juni hatte das Gericht von 294 angeblichen Beweisen einer Urheberrechtsverletzung seitens IBM 188 abgewiesen.

Kimball begründete das Urteil mit den Worten: “Das Gericht stellt fest, dass auch nach einer neuerlichen genauen Prüfung, das Urteil des Magistratsgerichtes vom 28. Juni korrekt ist.”

Für SCO so Kimball, sollte die Bestätigung des Urteils keine Überraschung sein. Schließlich konnte SCO die angeblichen Beweise nicht zur Stützung der Forderungen einbringen. Der Kläger hätte darüber hinaus Anordnungen und Regeln der Richter nicht befolgt.

Im ersten Urteil hatte der Richter das Verhalten von SCO mit einem Polizisten verglichen, der einem Besucher eines Kaufhauses Diebstahl vorwirft und dem Kunden erklärt, er müsse nicht erklären, was der Kunde gestohlen habe. Der wisse es selbst am besten. “Oder”, so schrieb der Richter des Urteils vom Juni, “er würde ihm einen Katalog in die Hand drücken und erklären, was Du gestohlen hast ist irgendwo da drin, such es heraus.”

Nachdem nun SCO mit der Revision gegen das vernichtende Urteil gescheitert ist, verloren die Anleger offenbar den letzten Rest Vertrauen in die Stichhaltigkeit der Vorwürfe, die SCO erhebt. Und damit kam der zweite schwere Schlag für das Unternehmen: Der Kurs sackte ab. Am Montag, den 4. Dezember stürzte das Papier an der Frankfurter Börse um rund 42 Prozent auf 78 Cent ab.