Spammer greifen in US-Wahlkampf ein

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Pünktlich zum Beginn der heißen Phase des US-Präsidentschaftswahlkampfs sorgt eine Spam-Welle für Aufsehen.

E-Mails, die die Qualitäten des Präsidentschaftskandidaten Ron Paul anpreisen, überfluten derzeit die Postfächer von US-Bürgern.

Der 72-jährige Ron Paul wurde 1976 als Kandidat der Republikaner für den 22. Wahlbezirk von Texas in das Repräsentantenhaus gewählt. Paul kandidierte bereits 1988 für die US-Präsidentschaft. Als einziger Präsidentschaftskandidat für die Wahl 2008 sprach er sich vehement gegen den Irak-Krieg aus. Dass er aus den Vorwahlen der Republikaner als offizieller Kandidat hervorgeht, darf jedoch bezweifelt werden.

Die Sicherheitsexperten von BitDefender registrierten in den vergangenen Tagen eine große Anzahl von E-Mails, in denen Werbung für Paul gemacht wird. Die Spam-E-Mails wurden von unterschiedlichen Servern in den USA verbreitet. Die Absender-Adresse der Nachrichten lasse darauf schließen, dass die Spam-Attacke nicht Teil der offiziellen Wahlkampagne sei, hieß es.

Die Standorte der identifizierten Server deuten laut Vlad Valceanu, Spam-Experte bei BitDefender, auf den Einsatz eines so genannten Bot-Netzes für den Massenversand der Nachrichten hin. Da sich Bot-Netze fernsteuern lassen, sinke für den Spammer das Risiko, entdeckt zu werden.

“Unklar ist, was die Spammer mit dieser Aktion erreichen wollen”, so Valceanu. Da es die erste Spam-Welle dieser Art sei, bleibe abzuwarten, ob und wie stark sich diese Maßnahme auf das Wahlkampfergebnis auswirke. “In jedem Fall könnte die aktuelle Aktion der Auslöser für vergleichbare Spam-Mailings politischer Gegner sein”, sagte Valceanu.