“Stretch”-Supercomputer wird 50 Jahre alt

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Nicht jede Technologie schafft den Durchbruch. Dennoch hat so manche, heute vergessene Innovation, die Entwicklung angefeuert und lebt so fort. Der “Stretch”-Computer gibt ein Beispiel dafür.

IBM feiert jetzt den 50. Geburtstag des Stretch-Supercomputers, der die Computerindustrie durch Technologien, die heute in Laptops, iPods und Supercomputern verwendet werden, grundlegend verändert hat. Gleichzeitig wurde durch den “Stretch”-Supercomputer eine Innovationskultur bei IBM begründet, die bis heute besteht.

Der Stretch-Supercomputer war der Versuch in den 50er-Jahren einen Computer zu entwickeln, der hundertmal schneller als der 704 sein sollte, ein IBM Supercomputer dieser Zeit. Bei der Markteinführung war der Stretch-Computer schließlich 30 bis 40 Mal schneller als andere Systeme. Es wurden insgesamt zehn dieser Systeme gebaut.

Doch damit ist die Geschichte des Stretch-Computers noch nicht zu Ende. Der Stretch-Computer war mit Technologieinnovationen vollgepackt. Diese waren so grundlegend, dass sie in der IT-Welt bis heute verwendet werden und für IT-Anwender selbstverständlich geworden sind. Einige Beispiele dafür sind:

– Multiprogrammierung ermöglicht es Computern, mehr als eine Aufgabe gleichzeitig zu bearbeiten

– Pipelining – das Hintereinanderreihen von Instruktionen – erlaubt eine unterbrechungsfreie Bearbeitung von Rechenoperationen

– Memory Protection verhindert einen unauthorisierten Hauptspeicherzugriff und ist damit absolut essentiell für die Systemsicherheit

– Memory Interleaving teilt den Hauptspeicher zur Steigerung der Bandbreite in kleine Pakete auf

– Das 8-Bit Byte, das die Daten-Standardgröße geworden ist und jeweils ein Zeichen repräsentiert

In der Nachfolge des Stretch-Computers wurden die damals erzielten Innovationen in das nächste IBM Projekt integriert, den System/360-Mainframe. Von dort aus haben sie in viele Bereiche des Mainstream-Computing Eingang gefunden.

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