Studie: Deutsche Unternehmen nutzen Cloud vor allem für Datenspeicherung

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Wenn deutsche Unternehmen Cloud Computing nutzen, dann zumeist für die Datenspeicherung: Laut einer Studie von Avanade, einem Anbieter von Business Technology-Services, nutzen 63 Prozent der deutschen Unternehmen, die auf Cloud Computing vertrauen, die Services für Data Storage-Zwecke.

Gemeinsam mit anderen europäischen Ländern wie Italien, der Schweiz (beide 67 Prozent) und Spanien (64 Prozent) liegt Deutschland bei der Cloud-basierten Datenspeicherung weltweit vorn. Auch die Niederlande (60 Prozent) und die USA (56 Prozent) sind an der Spitze mit dabei.

An zweiter Stelle folgen hierzulande HR-Dienstleistungen und Collaboration-Anwendungen wie beispielsweise Online-Kommunikationsservices und IT-Lösungen zum Datenaustausch mit jeweils 50 Prozent. Weitaus seltener lagern deutsche Unternehmen hingegen CRM- und E-Mail-Services aus. Nur gut ein Drittel vertraut hierbei auf die Cloud.

Der internationale Vergleich hierzu: Länder wie Australien, USA, Singapur und die Niederlande liegen mit bis zu 80 Prozent bei Cloud-basierten E-Mail- und CRM-Anwendungen weltweit an der Spitze. Das ist das Ergebnis einer global durchgeführten Umfrage unter mehr als 500 Managern und IT-Verantwortlichen in Deutschland und 16 weiteren Ländern.

“Deutschen Unternehmen – insbesondere den großen – ist es häufig wichtig, individuell auf sie zugeschnittene Software zu nutzen. Standardsoftware ist weniger erwünscht. Dazu kommen viele gesetzliche Regelungen zum Datenschutz in Europa, die die Auslagerung sensibler Inhalte wie E-Mails oder Kundendaten erschweren. In englischsprachigen Ländern und asiatischen Industrienationen werden Standards eher akzeptiert und Compliance-Vorgaben sind teilweise lockerer. Daher ist die Bereitschaft dort auch größer, E-Mail- und CRM-Technologien in die Cloud abzugeben”, so Heiko Leicht, Director Data Center Technology & Operations bei Avanade Deutschland.

Zusammengefasst steht die Mehrheit (80 Prozent) deutscher Unternehmen Cloud Computing jedoch noch skeptisch gegenüber. “Intransparente und derzeit noch unausgereifte Angebote schrecken vor der Auslagerung in die Wolke ab”, so der Experte weiter. “Es lässt sich vorhersehen, dass zukünftig jedoch vor allem Services und Applikationen ausgelagert werden, die im Infrastrukturbereich angesiedelt sind, da der Markt hier bereits etablierte Anbieter präsentieren kann. Verlässliche Dienstleister mit effizienten und fundierten Service-Erbringungsangeboten sind demnach unabdingbare Voraussetzung, um auch deutschen Unternehmen ihre Vorbehalte zu nehmen gegenüber der Auslagerung von Applikationen, die näher am Kerngeschäft ihres Unternehmens und damit sicherheitskritischer sind.”