Wie Google seine Rechenzentren sichert

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Facebook hat kürzlich einen Blick in sein Rechenzentrum in Prineville (US-Bundesstaat Oregon) gewährt. Google legt nach und informiert über die Sicherheitsmaßnahmen in einem Google-Rechenzentrum.

Nach diesen Angaben beginnen die Sicherheitsmaßnahmen schon beim Design der Server, die mit einer abgespeckten Linux-Version laufen. Die selbst entwickelte Hardware und Software verringere das Angriffsrisiko, hieß es.

Die Mitarbeiter des Rechenzentrums haben Ausweise, die in Linsenrastertechnik gefertigt wurden. Die Ausweise seien so schwerer zu fälschen, hieß es. Um die Bereiche des Rechenzentrums betreten zu können, müssen die Mitarbeiter verschiedene Kontrollen durchlaufen – wie einen Scan der Iris.

Um die Daten der Kunden der zu schützen, werden sie nach Angaben von Google an verschiedenen Orten gespeichert. Namen von Dateien werden demnach so gewählt, dass sie keinen Rückschluss auf den Inhalt zulassen. Fällt ein Datenzentrum aus, können die Daten von anderen Standorten aus aufgerufen werden.

Google-Mitarbeiter prüfen nach Angaben des Unternehmens regelmäßig Standort und Zustand jedes Laufwerkes im Rechenzentrum. Macht ein Laufwerk Probleme, wird es neu formatiert und getestet. Funktioniert es danach immer noch nicht, wird es aussortiert – die Daten werden überschrieben. Das Laufwerk wird eingebeult und dann geschreddert.

Das Rechenzentrum wird zudem mit Kameras überwacht. Eine Analyse-Software unterstützt die Mitarbeiter dabei, ungewöhnliche Muster – und damit mögliche Einbrüche – auf den Videos zu erkennen. Einige Google-Rechenzentren sollen zudem mit Kameras ausgestattet sein, die auf die Körpertemperatur eines potentiellen Einbrechers reagieren.

Die Google-Rechenzentren sind nach diesen Angaben außerdem mit Notstrom-Generatoren ausgerüstet. An das Internet sind sie über redundante High-Speed-Glasfaserkabel angebunden, so dass beim Ausfall einer Verbindung alternative Verbindungen zur Verfügung stehen.

Internet-Unternehmen wie Google gewähren nur selten Einblicke in ihr “Allerheiligstes”. Facebook war Anfang April vorgeprescht und die Spezifikationen seiner selbst entwickelten Server und Rechenzentren offengelegt. Sie stehen der Allgemeinheit über das zu diesem Zweck gegründete Open Compute Project zur Verfügung.

Facebook versuche mit diesem Schritt eine Community von konkurrierenden Unternehmen zu gründen, die Facebook bei der Kostenminimierung unterstütze, kommentierte Forrester-Analyst Richard Fichera. Dafür, dass das Unternehmen geistiges Eigentum teilen wolle, verdiene es jedoch einen Vertrauensvorschuss. Google oder Amazon ließen sich weniger in die Karten schauen und Informationen über ihre Rechenzentren nur tröpfchenweise durchsickern, so der Analyst.