Rechenzentren am Polarkreis

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Immer häufiger entstehen rund um den Polarkreis und im hohen Norden effiziente Rechenzentren, in denen durch das kühle Klima kaum Energie für Kühlung aufgebracht werden muss.

Anfang 2010 ging in der verregneten Grafschaft Durham eines der bis dato effizientesten Rechenzentren ans Netz. Die Ortschaft Wynyard liegt nahe der Nordsee, die für konstante Frischluft sorgt.

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Derzeit zieht es immer mehr Unternehmen in den hohen Norden. Der Norden Englands ist längst nicht mehr kühl genug. Facebook baut ein Rechenzentrum in Schweden rund 100 Kilometer südlich des Polarkreises.

Ein weiteres Beispiel ist der Managed Hosting Provider Datapipe, der als erster Kunde das Rechenzentrum von Verne Global in Island nutzt. Das Rechenzentrum wurde zwar in England in Containern zusammengebaut, wird aber in Island in Kevlavic in einem ehemaligen Nato-Stützpunkt untergebracht sein.

Ein Rechenzentrum zu betreiben, verbraucht sehr viel Strom. In hiesigen Regionen wird ein großer Teil, je nachdem wie effektiv das Rechenzentrum ist, für die Kühlung aufgewendet. Hier bietet Island gleich zwei Standortvorteile.

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Zwar verbrauchen die Server auch jenseits des Polarkreises genau so viel Strom wie am Äquator, aber der Aufwand für die Kühlung ist in nördlichen Gefilden deutlich geringer. So muss die Luft nicht zusätzlich gekühlt werden.

Island hat aber nicht nur kalte Luft sondern auch Vulkane mit unaussprechlichen Namen. Erdwärmekraftwerke sind hier daher keine Seltenheit. Island ist das einzige Land der Welt, das den gesamten Strom aus erneuerbaren Energien bestreitet.

Verne Global und Datapipe können so damit wuchern, dass sie den Anwendern “eine Option für eine CO2-Neutrale Cloud, Enterprise-Ready IT-Services und eine zu 100 Prozent grüne Cloud” anbieten können, wie Robb Allen, CEO von Datapipe erklärt.

Daher hält das Planungsunternehmen Verne Global Island vermutlich nicht ganz ohne Grund für das neue Datenzentrums-Mekka. Zudem liegt Island für Anbieter, die Kunden in New York und London haben, sehr gut, denn auf diese Weise sind Verbindungen in wenigen Millisekunden möglich. So könnten Unternehmen in Island ein Rechenzentrum für Desaster Recovery installieren, das als Backup für beide Standorte dient. Was zudem für Island spricht ist die gute Breitbandanbindung an Europa und dem Rest der Welt.

Derzeit bedient Datapipe vor allem Kunden aus der Finanzbranche in den USA.

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