Kaffeeautomat statt Smartphone: Nokia verkauft Werk

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Nokia hat sein Werk im rumänischen Cluj verkauft. Das meldet die Nachrichtenagentur Mediafax. Käufer ist demnach der italienische Kaffeemaschinenhersteller De’Longhi. Auch der chinesische Telekommunikationsausrüster ZTE sei an dem Nokia-Werk interessiert gewesen.

Ende September 2011 war bekannt geworden, dass Nokia zum Jahresende sein Werk in Cluj dicht machen würde. Davon sind rund 2200 Mitarbeiter betroffen. Weitere 1300 Stellen sollen im Bereich Location and Commerce wegfallen. Im Zuge dessen wird auch der Standort Bonn geschlossen.

Das rumänische Finanzamt hatte Mitte November Nokias rumänisches Werk beschlagnahmt. Die Finnen sollen in gesetzwidriger Weise Zollbefreiungen in Anspruch genommen haben – etwa für den Import aus China, Taiwan und den USA. Nokia habe auch fertige Teile wie Ladegeräte importiert und diese als Komponenten deklariert, wie Zollchef Viorel Comanita erklärte. Die Zollbefreiung für Produkte aus Nicht-EU-Ländern gelte nach EU-Recht aber nur für Bauteile, die am Bestimmungsort in Geräte eingebaut würden.

Ob Nokia die Schulden beim rumänischen Zoll gezahlt hat, ist indes unklar. Medienberichten zufolge wurde eine für beide Seiten akzeptable Lösung gefunden. Die Behörden hätten die Beschlagnahme Anfang Dezember wieder aufgehoben.

Nach Angaben von Mediafax will De’Longhi das Werk in Cluj nun als Plattform für den Handel mit dem Fernen Osten und Europa nutzen. Das italienische Unternehmen wolle künftig weitere Produktionsstätten zukaufen und so international expandieren.

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