Apple kündigt Zulieferer wegen Kinderarbeit

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Apple scheint mit der Anküdigung, für bessere Bedingungen in der Lieferkette sorgen zu wollen, nun tatsächlich ernst zu machen. Einem Subunternehmer, der Kinder für sich arbeiten ließ, kündigte Apple jetzt.

In seinem jährlichen Bericht über die Arbeitsbedingungen bei den Zulieferern nannte der iPhone-Hersteller als Beispiel einen im Januar 2012 überprüften Zulieferer, bei dem 74 Mitarbeiter unter dem Mindestalter von 16 Jahren beschäftigt waren.

 

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In seinem Bericht zeichnet Apple ein überwiegend positives Bild der Entwicklung bei seinen Auftragsherstellern. Die Überprüfungen hätten keine Hinweise auf Kinderarbeit bei denjenigen Zuliefern gegeben, bei denen die Endmontage der Produkte erfolgte. Die ermittelten Fälle seien ausschließlich bei Subunternehmen aufgetreten, und häufig seien gesetzwidrig handelnde Arbeitsvermittler daran beteiligt gewesen.

Arbeiter im Werk eines Apple-Zulieferers in Shanghai. Bild: Apple
Arbeiter im Werk eines Apple-Zulieferers in Shanghai. Bild: Apple

Dem Zulieferer Guangdong Real Faith Pingzhou Electronics (PZ), bei dem die Prüfer umfangreiche Kinderarbeit feststellten, wurde gekündigt. Es stellte sich außerdem heraus, dass die größte Arbeitsvermittlung der Region wissentlich Mitarbeiter unter dem gesetzlich zulässigen Alter von 16 Jahren vermittelt hatte.

Zusammen mit den Familien hatte sie dafür sogar Altersnachweise gefälscht und die Arbeitskräfte als älter ausgegeben.

Apple machte die Provinzregierung auf die Praktiken der Arbeitsvermittler aufmerksam, die deren Lizenz aufhob und eine Buße verhängte. Apple verpflichtete außerdem seinen Geschäftspartner, der Unteraufträge an PZ weitergegeben hatte, seinerseits andere Subunternehmen zu überprüfen.

Es stellt den Vorfall als Beispiel für eine Entdeckung heraus, aus der sich weitreichende Wirkungen ergäben.

“Kinderarbeit ist etwas, womit kein Unternehmen in Verbindung gebracht werden will”, erklärte Apple-Manager Jeff Williams gegenüber Bloomberg. “Das führt meines Erachtens dazu, dass dieses Problem nicht die verdiente Beachtung bekommt und auch nicht so konsequent wie möglich gelöst wird.” Er warf gleichzeitig anderen Herstellern vor, sich nicht ernsthaft darum zu kümmern. “Wenn sie es nicht finden, dass suchen sie nicht intensiv genug.”

Der “Supplier Responsibility 2013 Progess Report” ist Apples siebter Jahresbericht zu Inspektionen in der Lieferkette. Dem Bericht zufolge gab es im Jahr 2012 insgesamt 339 Prüfungen – und damit 72 Prozent mehr als 2011. Die Vorgabe von maximal 60 wöchentlichen Arbeitsstunden sei im Durchschnitt zu 92 Prozent eingehalten worden, während das im Vorjahr nur zu durchschnittlich 38 Prozent der Fall war. Apple sei es inzwischen möglich, die Arbeitszeiten von rund einer Million Arbeitern zu überwachen. Allerdings war es erst vor wenigen Tagen wegen schlechter Arbeitsbedingungen zu umfangreichen Streiks bei einem Apple-Lieferanten in China gekommen.

[mit Material von Bernd Kling, ZDNet.de]

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