Digitalisierung: Kluft zwischen Lippenbekenntnissen und Umsetzung

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71 Prozent der Unternehmen halten die Transformation ihrer IT für ihre Wettbewerbsfähigkeit für unerlässlich. Dennoch sind nur 5 Prozent dabei bereits weit fortgeschritten. Das geht aus einer weltweiten Studie von Dell EMC hervor, für die auch deutsche IT-Entscheider befragt wurden.

Die Digitalisierung macht für Unternehmen die Transformation ihrer IT zu einer Top-Priorität. Sie müssen IT-Infrastruktur, IT-Prozesse und die Art und Weise, wie sie IT bereitstellen, an das digitale Zeitalter anpassen. Ansonsten laufen sie Gefahr, in einer zunehmend digitalisierten Geschäftswelt ins Hintertreffen zu geraten. Stand heute erfüllen jedoch 95 Prozent der Unternehmen die IT-Anforderungen des digitalen Business noch nicht. 71 Prozent der Unternehmen sehen jedoch die Transformation der IT als unerlässlich für ihre Wettbewerbsfähigkeit an. Dennoch sind nur 5 Prozent aller Firmen dabei bereits weit fortgeschritten.

Dell EMC (Grafik: Dell EMC)

Das sind einige der zentralen Ergebnissen der weltweit durchgeführten Studie “ESG IT Transformation Maturity Curve 2017” (PDF), für die auch deutsche IT-Entscheider befragt wurden. Für die Studie nahm die Enterprise Strategy Group (ESG) im Auftrag von Dell EMC im Dezember 2016 und Januar 2017 eine Web-basierte Befragung von 1000 leitenden IT-Verantwortlichen und IT-Entscheidern vor. Die Teilnehmer sind in Großunternehmen tätig, stammen aus den USA, Brasilien, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, China, Japan sowie Australien und repräsentieren verschiedene Branchen.

Das wesentliche Ziel der Studie war herauszufinden, welche Rolle die Transformation der IT auf dem Weg zum digitalen Unternehmen spielt und welchen Stand die Unternehmen dabei erreicht haben. Zu diesem Zweck entwickelte ESG auf Basis der Antworten ein Reifegrad-Modell, das den Fortschritt der IT-Transformation in unterschiedliche Stufen einteilt und aufzeigt, wie viele Unternehmen sich derzeit auf welcher Stufe befinden.

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Dabei wurden vier Stufen identifiziert: Auf der Stufe 1 “Legacy” befinden sich 12 Prozent der befragten Unternehmen. Sie weisen einen Rückstand in vielen, wenn nicht allen Dimensionen der IT-Transformation auf. Die Unternehmen auf Stufe 2 “Emerging” (42 Prozent) zeigen Fortschritte in der IT-Transformation, setzen aber moderne Rechenzentrums-Technologien nur minimal ein. Unternehmen der Stufe 3 “Evolving” (41 Prozent) engagieren sich für die IT-Transformation und setzen moderne RZ-Technologien und Bereitstellungsmethoden für die IT in moderatem Maß ein. Unternehmen der Stufe 4 “Transformed” (5 Prozent) sind sind bei ihren Transformationsprojekten am weitesten fortgeschritten.

Die große Mehrheit aller Befragten (7 Prozent) ist sich einig, dass die Transformation ihrer IT unerlässlich ist, um weiterhin wettbewerbsfähig zu sein. Von den Unternehmen der Kategorie “Transformed” sind 85 Prozent davon überzeugt, dass sie sich in einer “sehr starken” oder “starken” Position befinden, um auch die nächsten Jahre in ihren Märkten erfolgreich zu sein. In der Gruppe der unreifsten Unternehmen glauben das dagegen nur 43 Prozent.

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Insgesamt sind die bereits transformierten Unternehmen am weitesten dabei fortgeschritten, durch den Einsatz von IT-Ressourcen Produktinnovationen und deren Markteinführung zu beschleunigen sowie bislang manuelle Tätigkeiten und Prozesse zu automatisieren. Außerdem betrachten sie die IT eher als Profit Center denn als Kostenstelle. Diese Gruppe übertraf im letzten Jahr fast komplett (96 Prozent) ihre Umsatzziele und damit mehr als doppelt so oft wie die am wenigsten reifen Unternehmen.

Sie berichtet achtmal häufiger als die unreifsten Unternehmen von einer hochgradig kooperativen Beziehung zwischen IT und Business und machte siebenmal öfter “exzellente Fortschritte” dabei, die IT als Profit Center statt als Kostenstelle zu betreiben als die am wenigsten reifen Unternehmen. Die Gruppe betrachtet ebenfalls siebenmal häufiger die IT als Unterscheidungsmerkmal im geschäftlichen Wettbewerb und nutzt sechsmal häufiger als die unreifsten Unternehmen IT, um Produktinnovationen und deren Markteinführung zu beschleunigen.

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Ende Mai 2018 endet die Übergangsfrist für die EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO). Dann greifen in Europa die neuen, strengen Datenschutzregelungen. Firmen, die dagegen verstoßen, drohen Strafen bis zu 20 Millionen Euro oder 4 Prozent ihres Jahresumsatzes. Vor dem Hintergrund ist eine umfassende Gesamtstrategie gefragt.

Moderne Rechenzentrums-Technologien wie Scale-out-Storagesysteme und konvergente oder hyperkonvergente Infrastrukturen verbessern die Agilität und Reaktionsschnelligkeit bei der Bereitstellung von IT-Infrastruktur, der Umsetzung von IT-Projekten und der Entwicklung von Anwendungen. 54 Prozent aller Befragten nutzen konvergente oder hyperkonvergente Infrastrukturen zur Unterstützung ihrer Anwendungen, 58 Prozent der Unternehmen haben in irgendeiner Form Scale-Out-Storagesysteme eingeführt und rund 50 Prozent sehen Software-definierte Technologien als langfristige Strategie und haben damit begonnen, sie zu implementieren, zu evaluieren oder ihren Einsatz zu planen.

Das Einführen moderner IT-Prozesse wie Self-Service-Provisioning, der Betrieb der IT im Stile einer Public Cloud oder der Einsatz von DevOps-Methoden zählen zu den Attributen eines erfolgreich transformierten Unternehmens. Laut der Studie bieten 36 Prozent der IT-Abteilungen “umfassende” oder “etablierte” Self-Service-Funktionen. 65 Prozent der Befragten haben “ausgezeichnete” oder “akzeptable” Fortschritte dabei gemacht, ihren Endnutzern IT-Ressourcen wie bei einer Public Cloud zur Verfügung zu stellen. 43 Prozent berichten von einer “umfassenden” oder “guten” Adaption formaler DevOps-Prinzipien und -Best-Practices.

Die IT-Transformation wird häufig mit einer kooperativen und effektiven Beziehung zwischen Business und IT in Verbindung gebracht. Vor diesem Hintergrund zeigt die Studie, dass 36 Prozent der IT-Abteilungen und ihre Ergebnisse werden monatlich vom Vorstand oder dem Aufsichtsrat evaluiert, weitere 38 Prozent vierteljährlich. In 39 Prozent der Unternehmen berichten die meisten leitenden IT-Angestellten direkt an den CEO. 61 Prozent der am wenigsten reifen Unternehmen deuten an, dass ihre Business-Stakeholder die IT als “soliden Service-Provider, aber definitiv als Kostenstelle” betrachten.