Post stellt MySQL-Datenbank mit 200.000 Adressdaten ins Netz

Data & StorageDatenbank

Ein Kundenportal der Deutschen Post gab einen Daten von mehr 200.000 Personen preis. Auch tausende andere Webseiten sind von diesem Fehler betroffen.

Bei der Post sind Daten von mehr als 200.000 Nutzern mehr oder weniger offen im Netz gestanden. Über das Portal umziehen.de können Personen nach einem Umzug eine Nachsende-Adresse eingeben. Eigentlich hinterlassen die Nutzer hier Informationen wie alte und neue Adresse, um weiterhin Briefpost zugestellt zu bekommen. Gleichzeitig werden Organisationen wie Versicherungen und Banken über die neue Adresse informiert.

MySQL (Grafik: MySQL)

Wie ein Sprecher der Post am Mittwoch mitteilte, konnte über einen einfachen Abruf praktisch jeder mit einem Internetzugang, die aktuellen Daten herunterladen. Dafür musste lediglich in die Adresszeile des Browser https://www.umziehen.de/dump.sql” eingegeben werden. Inzwischen ist das Problem behoben.

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Der Sprecher entschuldigte sich für die Datenpanne, es sei derzeit nicht möglich nachzuprüfen, ob tatsächlich auch Daten abgefischt wurden. Auch sei inzwischen die Landesbeauftragte für Datenschutz in Nordrhein-Westfalen von dem Vorfall informiert worden.

Die Panne sei entstanden, weil eine Sicherungskopie der Daten nicht wie vorgeschrieben gelöscht worden war. Laut Sprecher umfasst der Datensatz Namen, Mail-Adresse, Umzugsdatum sowie alte und neue Adresse.

Entdeckt hat das Leck der Zeit-Autor Hanno Böck, der auch bei anderen großen Webseitenbetreibern fündig geworden ist. So wurde im aktuellen Fall eine Sicherhungskopie mit der verbreiteten quelloffenen Datenbank MySQL angefertigt. In einer Dokumentation, in der das genaue Vorgehen beschreibt, wird ebenfalls der Dateiname “dump” verwendet. Offenbar wurde die Kopie exakt nach diesen Vorgaben erstellt und auf einem Server abgelegt. Dadurch konnte die Kopie dann auch über die Eingabe von dump.sql heruntergeladen werden.

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Böck habe in vielen weiteren weiteren Fällen mit solchen generischen Dateinamen Erfolg gehabt. So habe er auf mehr als 2.000 weitere Datenbanken zugreifen können und habe beispielsweise bei einer australischen Online-Apotheke 600.000 Kundendaten mit den entsprechenden Bestellungen herunterladen können. Laut eigenen Angaben habe Böck dann die Betreiber der Seiten informiert.

Böck erklärt, dass davon auszugehen sei, dass solche Datenbanken von Dritten abgeschöpft werden. Denn auf seiner eigenen Web-Seite registriere er immer wieder entsprechende Anfragen mit nicht öffentlichen Dateinamen in den Log-Dateien. Ob diese Versuche von Kriminellen oder von Sicherheitsforscher unternommen werden, lasse sich nicht sagen.

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