Daniel Holz

ist Deutschland-Chef der SAP SE.

M2MNetzwerke

Hannover Messe: 3D-Druck und verteilte Fertigung transformieren das Business

Fertigung ohne Lagerbestand? Daniel Holz, Geschäftsführer der SAP Deutschland, liefert Eindrücke von der Hannover Messe und schildert, wie die Zukunft der Produktion ablaufen könnte.

Mehr als ein Jahrhundert nach der ersten großen industriellen Revolution befinden wir uns erneut auf dem Höhepunkt einer Innovationswelle, von der viele glauben, dass sie die moderne Industrie grundlegend verändern wird. Dieser Wandel fußt vor allem auf der fortschreitenden Digitalisierung: 3D-Druck und verteilte Fertigung fassen Fuß in allen Branchen.

Die "Digital Factory" auf der Hannover Messe. (Bild: Hannover Messe)
Die “Digital Factory”: SAP und KUKA kündigen auf der Hannover Messe eine Integration von Robotern und dem SAP-Leonardo-Portfolio an. (Bild: Hannover Messe)

Diese Technologien werden möglicherweise die Abläufe ganzer Wertschöpfungsketten beeinflussen und bringen viele Vorteile mit sich. Unter anderem ermöglichen sie eine schnellere Produktion und Auslieferung, ein flexibleres Reagieren auf Änderungen der Kundennachfrage und eine schnellere Anpassung der Lieferkette an neue globale Herausforderungen. Auf der Hannover Messe präsentieren diese Woche Aussteller aus aller Welt zukunftsweisenden Entwicklungen für die Industrie.

Von welchen Vorteilen wird die deutsche Industrie durch den 3D-Druck und die verteilte Fertigung profitieren?

Zunahme der Fertigung vor Ort und schnellere Auslieferung: Um den Anforderungen an eine schnellere Lieferung gerecht werden zu können, wird eine Endmontage möglichst nahe beim Kunden immer wichtiger. Es zahlt sich nicht mehr aus, Produkte offshore fertigen zu lassen und an Kunden auf der ganzen Welt auszuliefern. Durch 3D-Druck und verteilte Fertigung sind Unternehmen in der Lage, Produkte einfacher und kostengünstiger zu entwickeln und die Endmontage vor Ort vorzunehmen.

Steigende Nachfrage der Kunden nach personalisierten Produkten: Personalisierte Produkte finden mehr und mehr Einzug in den Alltag. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, nutzen Unternehmen die Möglichkeiten des 3D-Drucks für eine personalisierte Entwicklung und Auslieferung ihrer Produkte. Hersteller wie Nike fertigen bereits per 3D-Druck personalisierte Sneaker für ihre Kunden, und auch Harley Davidson ermöglicht es seinen Kunden, ihr Wunsch-Motorrad selbst zu konfigurieren.

Kosteneinsparungen durch ein neues Bestandsmodell: Stellen Sie sich vor, Über- oder Fehlbestände gehörten der Vergangenheit an. Wie wäre es, wenn Sie gar kein Lager mehr bräuchten? Das Einsparpotenzial wäre enorm. Mithilfe von 3D-Druck und verteilter Fertigung können Waren direkt dort gefertigt werden, wo sie benötigt werden. So können Unternehmen Schwankungen der Verbrauchernachfrage strategisch begegnen.

Die Vorteile stehen beim Thema 3D-Druck meist im Vordergrund. Aber eine Einführung dieser Technologie kann für den Kunden auch Herausforderungen mit sich bringen. Dazu zählen neue Investitionen, mangelnde Kenntnisse der Mitarbeiter, Ressourcenmangel, unzureichende Standards, fehlende Betriebsmittel und zu hoher Aufwand für die Nachbearbeitung.

Für Unternehmen bedeutet dies, dass sie ihre Fertigungsstrategie einer ganzheitlichen Prüfung unterziehen müssen. Nur so lässt sich feststellen, wie der Einsatz der Technologie zur Wertschöpfung im gesamten Unternehmen beitragen kann. Dieser Prozess muss von sämtlichen Unternehmensebenen und insbesondere von der Geschäftsleitung mitgetragen werden. Für die erfolgreiche Implementierung dieser Technologien ist die Zusammenarbeit aller Stakeholder von entscheidender Bedeutung.

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Nutzen und Vorteile der Integration von ECM- und ERP-Software

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Mit neuen Lösungen möchten wir die Einführung der verteilten Fertigung und des 3D-Drucks in den Unternehmen voranbringen. Gemeinsam mit unseren Partnern präsentieren wir neue Lösungen auf der Hannover Messe und zeigen auf, wie sie eine nahtlose Zusammenarbeit beim Designprozess und dem Management von Maschinen und Systemen unterstützen. Insbesondere werden wir zeigen, wie sich Geräte über die Software SAP Plant Connectivity an die Anwendungen SAP Manufacturing Execution und SAP ERP anbinden lassen.

Wir stellen außerdem unsere Anwendung SAP Distributed Manufacturing vor. Sie ermöglicht eine bessere Zusammenarbeit, indem alle Teilnehmer eine einheitliche Sicht auf Prozesse erhalten. Ein weiterer Showcase informiert darüber, wie Hersteller und Kunden bei der verteilten Fertigung zusammenarbeiten und Fertigungsprozesse als Services bereitstellen können. Das ermöglicht eine fundamentale Wende in den Beziehungen der Unternehmen und Kunden und eröffnet neue Geschäftschancen im globalen Wettbewerb.