Das Rechenzentrum im Auge des Sturms

Seit dem Jahr 2000 haben die meisten Großunternehmen ihre Rechenzentren und die damit verbundenen Kommunikationsnetzwerke umstrukturiert. Besonders der Trend zur Konsolidierung erweist sich als ungebrochen. Dadurch entstehen den Mitarbeitern neue Probleme.

Aus der Netzwerkperspektive betrachtet werden VMs, die dynamisch zwischen einer Vielzahl von Servern migrieren, zu “beweglichen Zielen”. Die große Herausforderung besteht hier in einer Netzwerkkonfiguration, die die dynamischen Server- und VM-Konfigurationen nachvollziehen kann. So müssen etwa die Ethernet-Switches im Rechenzentrum irgendwie feststellen können, welche migrierenden VM Virtual Ethernet-Adressen und IP-Adressen einem bestimmten Switch-Port zugewiesen werden sollen; jedes Mal, wenn eine VM sich zu einem anderen Server bewegt, wird sie an einem anderen physischen Ethernet-Port anzutreffen sein. In ähnlicher Weise müssen die Ethernet-Switches VM QoS und Security Access Attribute nachvollziehen können. Dieses Tracking von VM-Netzwerkadressen und -parametern wird nicht nur von den Ethernet-Switches verlangt – auch die virtuellen Ethernet-Switches innerhalb eines jeden Hypervisor-Servers müssen die dynamische Migration von VMs zwischen Servern genau nachvollziehen.

Eine weitere Herausforderung von dynamischen VMs im Rechenzentrum ist die große Bandbreite. Sie wird benötigt, um den Transfer von VMs – einschließlich von Betriebssystemen, Treibern, Applikationen und Daten – zwischen Servern zu ermöglichen. Eine VM, in der Regel etwa 16 Gigabyte groß, kann so schnell auf mehrere Terabyte anwachsen.

Durch den Aspekt des “beweglichen Ziels” der VM-Migration erweist sich schließlich auch die Fehlerisolation und die Beseitigung von Leistungsproblemen im Netzwerk als sehr viel komplizierter. In einer dynamischen, virtualisierten Serverumgebung ist das Tracking der VM-Lokation, die Nutzung von Netzwerklink-, Switches- und Server-Ressourcen sowie Monitoring/Capture/Logging von Paketen sehr viel anspruchsvoller.
Die meisten Großunternehmen müssen ihre Rechenzentrumsnetzwerke deshalb neu strukturieren, um dynamischen, virtualisierten Server- und Speicherumgebungen besser Rechnung zu tragen. Besonders weil Netzwerke die dynamische Migration von VMs zwischen Servern – in Folge von Load Balancing Anforderungen oder Serverausfällen – nachvollziehen können müssen, ist eine stärkere Integration von Server Virtual Machines, Storage, Security und dem Netzwerk erforderlich.

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