Cloud für Startups: radikal einfach statt Featuritis

Für den Fotoboxversender kruu.com muss die Cloud einfach sein, das IT-Team entlasten und weitgehende Automatisierung sowie Kostentransparenz bieten.

Hochzeiten werden gerne auf Fotos festgehalten und dafür beauftragen Hochzeitspaare meist Profis. Eine Alternative zum Hochzeitsfotografen bietet das Startup kruu.com. Es vermietet Fotoboxen. Das Prinzip: Die Partygäste stellen sich vor die Box und blitzschnell entsteht ein Bild. Es wird in der Cloud gespeichert, kann aber auch vor Ort ausgedruckt werden.

Mit den Fotoboxen von kruu.com werden Partyfotos zum Event im Event. Möglich wird das durch Digitalkameras, Fotodrucker und die Cloud. Das junge Unternehmen verleiht inzwischen jede Woche mehrere hundert Fotoboxen. Nach dem Erhalt der zurückgesendeten Boxen überträgt das kruu-Team die Fotos auf ein Online-Plattform, von der die Kunden sechs Monate lang ihre Fotos herunterladen und teilen können. 

Fotoboxen sind ein saisonabhängiges Geschäft

Das Geschäft von kruu ist saisonabhängig. Im Winterhalbjahr sind weniger Kapazitäten erforderlich, da viele Speicherbereiche auslaufen und nicht benötigt werden. Ab dem späten Frühjahr steigt die Anfrage wieder an und das Unternehmen benötigt zusätzliche IT-Ressourcen „Entscheidend ist, dass wir sowohl den Foto-Upload als auch das Skalieren der Storage-Kapazität weitgehend automatisieren, damit unsere Kunden zeitnah und flott auf ihre Bilder zugreifen können“, sagt Philipp Schreiber, CEO von kruu.com. Dadurch entsteht für den IT-Dienstleister We Manage, der für das Unternehmen die IT-Infrastruktur verwaltet, ein typisches Hochlast-Szenario. Wie bei vielen Startups sind die Anfänge klein gewesen, doch mit zunehmendem Erfolg mussten die Ressourcen deutlich skaliert werden.

Der bisherige Hosting-Anbieter erwies sich dabei als zu unflexibel. Die Fotos hätten entsprechend ihres Alters auf immer neue Storage-Instanzen verteilt werden müssen. Dies hätte die Entwicklung einer eigenen Anwendung sowie ständiges manuelles Nachsteuern bedeutet – ein viel zu großer Aufwand. Außerdem wäre eine Optimierung der Speicherbereiche auf Lastspitzen im Sommer notwendig gewesen, sagt Schreiber: „Je stärker wir wuchsen und je mehr Speicherplatz wir in der Hauptsaison beanspruchen, desto mehr Storage-Einheiten blieben im Winter ungenutzt.“

Transparenz und Einfachheit mit der Cloud

Kruu suchte einen neuen Cloud-Anbieter, auch unter den bekannten Hyperscalern. Die waren aber laut WeManage-Chef Andreas Lehr keine Alternative. Der überdimensionierte Funktionsumfang und die komplizierte Bedienung schreckten ab. Auch in punkto Kostentransparenz seien die Hyperscaler unübersichtlich, da “die endgültigen Kosten von sehr vielen Faktoren abhängen und sich kaum kalkulieren lassen.”

Deshalb entschloss sich kruu.com mit gridscale für eine Public Cloud aus Deutschland, die besser auf die Bedürfnisse mittelständischer Unternehmen und Startups zugeschnitten ist. Ein übersichtliches Cloud-Dashboard war entscheidend. Ohne jede Einarbeitung und Spezialwissen kann ein Administrator die Infrastruktur online in einer grafischen Benutzeroberfläche aufbauen und verändern. Ein Kölner Cloud Provider bietet der Hochzeitsplattform jetzt Hochleistungsspeicher auf Abruf ohne umständliche Workarounds und überflüssige Reserven für Spitzenlasten in der Zukunft. Stattdessen besitzt kruu.com nun eine Storage-Lösung, die sie einfach nach Nutzung bezahlen. Das ermöglicht dem Unternehmen eine einfache Skalierung der IT-Infrastruktur ohne manuelle Arbeit.

Prozesse und Kosten im Blick behalten

Die Einfachheit überzeugte und We Manage verlagerte auch die meisten anderen Primärsysteme seines Kunden wie etwa das Backend der Plattform in die deutsche Cloud. Die monatlichen Abrechnungen sind leicht verständlich und die entstandenen Kosten jederzeit nachvollziehbar. Schreiber arbeitet inzwischen auch als Coach für andere Startups und warnt die Gründer vor der Abhängigkeit von den Hyperscalern.

Das sei kein Problem, solange es von den Kapitalgebern durchfinanziert wird. „Doch jetzt, wo viele von ihnen vielleicht zum ersten Mal sparen müssen, erkennen sie, wie teuer ihre Infrastruktur tatsächlich ist. Aber dann ist es zu spät, weil sie technisch längst abhängig sind“, warnt Schreiber. Zudem empfiehlt er, grundsätzlich auf proprietäre Lösungsansätze zu verzichten, wie sie bei den großen Hyperscalern üblich sind. Deshalb basiert die Systemlandschaft von kruu.com zum größten Teil auf Standardarchitektur. „Das Konzept von gridscale passt perfekt zu unserer Strategie: Kein Featurismus, sondern bewährte Open-Source-Technologie in Top-Qualität“, sagt Lehr.