HP schafft Home Office für seine ITler ab

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Entgegen dem allgemeinen Trend in der Branche will Hewlett-Packard (HP) seine IT-Mitarbeiter im Büro vereint wissen.

Während andere Unternehmen in der IT-Industrie ihrer Belegschaft immer häufiger den Weg in die Firma ersparen und das Arbeiten von zu Hause aus zulassen, schwenkt HP komplett um. Die Kollegen der Technikabteilung sollen mehr im Team werkeln – und das funktioniere nur im Büro.

Verfügt hat die neuen Arbeitsbedingungen Randy Mott, der seit knapp einem Jahr bei HP als CIO tätig ist. Seiner Meinung nach profitieren die Mitarbeiter gegenseitig besser voneinander, wenn sie im Büro zusammensitzen. Weniger erfahrene Kollegen könnten so vom Erfahrungsschatz langjähriger Mitarbeiter schöpfen, berichtet die US-Zeitung Mercury News.

Betroffen sind mehr als 1000 IT-Manager auf der ganzen Welt, von Palo Alto bis Dornach. Das sind nicht alle ITler bei HP, aber viele. Einige wenige werden auch weiterhin von daheim arbeiten dürfen. Der Hersteller wollte die Zahl nicht kommentieren. Ab August könnten die restlichen gezwungen sein, in einem der 25 in Frage kommenden Büros zu arbeiten, zumindest für einen Großteil der Woche. Für einige könnte diese neue Pflicht außerdem in einer persönlichen Katastrophe enden. Viele müssten umziehen, tun sie das nicht, droht die Entlassung. Zwar hat der Hersteller eine finanzielle Umzugshilfe für diejenigen vorbereitet, die mehr als 80 Kilometer vom nächsten Büro entfernt wohnen, verstehen tun es dennoch die wenigsten.

Personalexperten suchen nach Gründen. “Eigentlich ist es doch billiger, seine Leute von zu Hause arbeiten zu lassen”, erklärte sich  Manny Avramidis, Senior Vice President für Personalfragen bei der American Management Association. Abgesehen davon, ist die Arbeit in den eigenen vier Wänden attraktiv für die Belegschaft und hält möglicherweise den ein oder anderen Kollegen länger im Unternehmen, der sonst vielleicht längst anderswo angeheuert hätte.

Unbedingt erforderlich ist ein zentraler Standort für die IT-Manager nicht. Die meisten arbeiten ohnehin autark und rufen sich zu Konferenzschaltungen zusammen. Mit den neuen Technologien, Highspeed- und Wireless Internet ist es noch einfacher geworden.

Zuletzt sei es bei HP allerdings zu einigen Missbrauchsfällen der Telearbeiter gekommen. Da habe man Geschirrgeklapper im Hintergrund eines Telefonats gehört oder der Rasenmäher habe den Conference Call gestört, erzählt ein ehemaliger Mitarbeiter, der nicht namentlich genannt werden will.

HP zählt eigentlich zu den flexibelsten Unternehmen überhaupt in der Branche. Verantworlich dafür waren die Gründer, Bill Hewlett und David Packard. In deren Buch ‘The HP Way: How Bill Hewlett and I Built Our Company’, schrieb Packard: “Meiner Meinung nach ist die flexible Arbeitszeit die Grundlage für den Respekt und das Vertrauen in die Mitarbeiter. Wir sind uns einig, dass die Leute auch Privatleben haben, das gepflegt werden will. Wir vertrauen ihnen, dass sie das mit dem Beruf gewissenhaft unter einen Hut bingen.”