Erste Software für Stadtverwaltungen

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Stadtverwaltungen rücken immer mehr in den Focus der Software-Hersteller, weil in diesem Bereich noch deutliches Wachstum zu erwarten ist. Jetzt hat IBM zum ersten Mal so etwas wie ein fertiges Produkt für diesen Bereich geschnürt.

Wenn IBM oder SAP bislang Lösungen etwa im Verkehrsmanagement großer Städte einführten, waren das stets Projekte, bei denen zwar verschiedene Software-Produkte zum Einsatz kamen, aber keine fertige Software.

Das scheint sich nun ein Stück weit geändert zu haben. Denn IBM hat jetzt die Software, die in Projekten mit den Partnerstädten New York, Memphis und Rio de Janeiro Einsatz fand, zu einem eigenständigen Paket zusammengeschnürt und bietet diese jetzt unter dem Namen Intelligent Operations Center for Smarter Cities an.

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Notdienste, Verkehr, Sicherheit und andere Infrastrukturen wie etwa die Wasserversorgung werden von der IBM-Software jetzt abgedeckt, wie aus einem Demo der IBM-Lösung hervorgeht. Im Bereich Notdienste etwa sammelt die IBM-Lösung Informationen aus Kameras zum Beispiel der Verkehrsüberwachung, aus Sensoren und anderen Netzen. Diese Informationen werden dann gegeneinander verglichen und auf diese Weise sollen zum Beispiel Notfalleinsätze besser koordiniert werden.

Auch das Bundeswirtschaftministerium hat unter der Federführung von SAP mit dem Projekt SoKNOS Forschungsarbeit in diesem Bereich geleistet.

Die Lösung, die die Verkehrsleitsysteme unterstützt, sucht nach Mustern in Ereignissen, wie zum Beispiel Staus an Feiertagen oder zu bestimmten Uhrzeiten. Damit können die Verwaltungen besser planen.

Beim Wasserleitungssystem arbeitet IBM mit Geodaten. Auf diese Weise lassen sich Problemstellen schnell lokalisieren und auch feststellen, wo Reparaturarbeiten am dringendsten sind. Das System soll in erster Linie Informationen aufbereiten und diese in unterschiedlichen Oberflächen für verschiedene Verantwortliche visualisieren. Diese Informationen sollen dann entweder von den Verantwortlichen genutzt oder in Projekten zum Einsatz kommen.

IBM-Vizepräsident für Smarter Cities Chris O’Connor erklärte auf dem Intelligent Cities Forum in Washington, dass IBM ein Produkt schaffen wolle, das sich für Städte jeder Größe eigne. Dabei sei es für die meisten Städte nicht nötig neue Sensoren oder Messgeräte zu installieren. Das Problem für viele Kommunen sei eher zu viel als zu wenig Information: “Die meisten Städte leiden jetzt schon am Information Overflow – sie haben hunderte Kameras, Messgeräte und Datenfluten aus zahlreichen Quellen vorliegen.”

Daher kommen auch in vielen Komponenten der Stadt-Software Analyse-Technologie aus dem Hause IBM zum Einsatz. Das Paket werde zunächst als Lizenzsoftware für den Einsatz vor Ort angeboten werden. Eine Cloud-Version, bei der IBM zum Dienstleister der Stadt wird, ist aber ebenfalls in Planung. Die Preise kommuniziert IBM nicht – sie hängen von der Größe der Stadt sowie der Zahl der Nutzer und Komponenten ab.

IBM wie auch andere Software-Anbieter drängen mit ihren Produkten und Lösungen auf einen Wachstumsmarkt. Die Marktforscher von IDC prognostizieren, dass Städte im Jahr 2014 die Summe von 57 Milliarden Dollar für IT-Erweiterungen ausgeben werden. 2011 hingegen seien es ‘nur’ 34 Milliarden Dollar. Kein Wunder also, dass IBM bereits seit einigen Jahren das Thema für sich entdeckt hat und auch über artverwandte Akquisitionen wie zum Beispiel den Facility-Management-Spezialisten Tririga das Portfolio ausbaut.

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