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Eine Reise in das abgeschottete Nordkorea des Google-Mangers Eric Schmidt könnte im Zusammenhang mit der vor kurzen angekündigten Öffnung des Landes stehen.

Schmidt begleitet den US-Politiker und Nordkorea-Kenner Bill Richardson. Die Reise steht offenbar in Zusammenhang mit dem Fall eines Amerikaners koreanischer Herkunft, der in Norkorea unter bislang unbekannten Umständen verhaftet wurde. Die Reise der beiden könnte aber auch mit einer möglicherweise anstehenden wirtschaftlichen Öffnung des Landes in Verbindung stehen.

Eric Schmidt ist zusammen mit US-Politiker Bill Richardson von Peking aus in die nordkoreanische Hauptstadt Pjöngjang geflogen. Es geht dabei um “eine humanitäre Mission”, aber die Teilnahme des Google-Chairmans lässt darüber hinaus Mutmaßungen über weitere politische und wirtschaftliche Zusammenhänge aufkommen.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un hatte in seiner Neujahrsbotschaft einen radikalen Wechsel angekündigt, um die Teilung Koreas zu beenden und das verarmte Land zu einem “wirtschaftlichen Riesen” zu machen. Insbesondere Wissenschaft und Technologie sollten im Jahr 2013 entscheidend dazu beitragen, die wirtschaftliche Situation zu verbessern. Ob die angedeutete wirtschaftliche Öffnung bevorsteht, ist aber noch völlig unklar. Noch kurz zuvor hatte Nordkorea einem Satellitenstart und damit nach Ansicht der USA einen Raketentest durchgeführt sowie UN-Resolutionen verletzt.

“Ich habe Eric eingeladen”, erklärte Richardson, der frühere Gouverneur des Bundesstaates New Mexico, gegenüber CBS. “Er kommt als privater Bürger mit, das ist keine Google-Reise. Er interessiert sich für Außenpolitik, er ist ein Freund von mir, und ich hielt es für wichtig, dass es bei unserer Reise eine breitere Perspektive gibt.” Er erwähnte Schmidts Interesse an “einigen der wirtschaftlichen Probleme dort” sowie “dem Social-Media-Aspekt”, ohne das weiter auszuführen.

Das US-Außenministerium sieht die Reise skeptisch und erklärte, es sei der falsche Zeitpunkt und daher nicht hilfreich. “Ich weiß, dass das Außenministerium ein wenig nervös ist”, sagte Richardson dazu. “Aber wir haben diese Reise schon einmal verschoben.” Sie sei bereits für den Dezember angesetzt gewesen, aber auf Wunsch des Außenministeriums wegen der südkoreanischen Präsidentschaftswahlen verschoben worden.

“Ich habe seit 15 Jahren mit Nordkorea zu tun”, sagte Richardson. “Ich habe amerikanische Soldaten zurückgebracht, ich habe amerikanische Geiseln zurückgebracht. Ich habe wegen der Überreste unserer Soldaten aus dem Koreakrieg verhandelt … Ich kenne die Nordkoreaner.”

Die von Richardson geleitete Delegation will mehr über den Verbleib von Kenneth Bae erfahren, einem Amerikaner koreanischer Herkunft. Nordkorea gab im letzten Monat seine Verhaftung bekannt, ohne konkrete Vorwürfe gegen ihn zu nennen.

Laut AP ist während der Reise eine Spende Eric Schmidts zu erwarten. Der Google-Chairman wird außerdem von Jared Cohen begleitet, der die Denkfabrik Google Ideas leitet. Cohen war zuvor für das US-Außenministerium tätig und galt dort als Experte für alle Fragen rund um die digitale Welt. Er schrieb zusammen mit Eric Schmidt das Buch “The New Digital Age”, das im April erscheint und sich mit einer “neugestalteten Zukunft von Menschen, Nationen und Wirtschaft” befasst.

[mit Material von Steven Musil, News.com]

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